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Trinkhalle: Widerspruch gegen Kündigung

Kiosk am Amtsgericht Trinkhalle: Widerspruch gegen Kündigung

Giovanni Moschetto (82) kann erst einmal durchatmen: Er muss die grün-weiße Trinkhalle am Amtsgericht vorerst doch nicht räumen. Sein Rechtsanwalt hat Widerspruch gegen die Kündigung zum Jahresende eingelegt – so lange das Rechtsverfahren läuft, kann Moschetto die Trinkhalle weiter betreiben.

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Institution am Amtsgericht: Giovanni Moschetto betreibt die grün-weiße Trinkhalle seit 38 Jahren.
 

Quelle: Sebastian Bisch

Rothenfelde.  Hintergrund: Seit 38 Jahren betreibt Giovanni Moschetto die Trinkhalle (Rothenfelder Markt) – für Bürgermeister Günter Lach „eine der wenigen Fußball-Kultstätten, die Wolfsburg überhaupt hat“. Doch zum Jahresende sollte Moschetto den Kiosk räumen, der Pachtvertrag wurde vom neuen Eigentümer gekündigt (WAZ berichtete).

Damit sind der 82-Jährige und die Anhänger von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg nicht einverstanden. Fans unter der Federführung von Sven Pieper (Ahmstorfer Pirates) organisierten eine Unterschriftensammlung: „Bislang haben über 2000 Menschen für den Erhalt der Trinkhalle unterschrieben. Darunter auch viele Fans anderer Vereine. Sogar aus Karlsruhe und Zürich bekommen wir aufmunternde Mails von Leuten, die von uns im Internet gelesen haben.“

„Ungeklärte Besitzverhältnisse“

Apropos Internet: Die Rapper niZZa und Riot45 haben ein Video über Moschetto und die Trinkhalle gedreht – „Kultstätte“ kam innerhalb einer Woche auf mehr als 16.000 Klicks. „Wahnsinn“, staunt Pieper. Damit nicht genug: Ein VfL-Fan, der namentlich nicht genannt werden möchte, sponserte Moschetto jetzt den Gang zum Rechtsanwalt. Der recherchierte, stieß auf „ungeklärte Besitzverhältnisse“ und legte sofort Widerspruch gegen die Kündigung ein. „Der Kampf geht weiter“, betont auch Sven Pieper. „Sollte es zum Rechtsstreit kommen, sammeln wir Geld für Giovanni, damit er die Anwaltskosten bezahlen kann.“

Was ihn freut: „Auch mit dem VfL stehen wir in Kontakt. Man hat uns zugesagt, uns nicht im Regen stehen zu lassen.“ VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher verdeutlicht: „Das Schicksal von Giovanni Moschetto bewegt natürlich auch uns beim VfL Wolfsburg. Wir haben uns über die Situation stets auf dem Laufenden gehalten, sind im Austausch mit den Beteiligten und werden unterstützen, wo wir es bestmöglich können.“

E-Mail-Anfragen blieben unbeantwortet

Die Stadtverwaltung ist ebenfalls aktiv geworden: „Sie ist in Kontakt mit dem Eigentümer getreten“, so Stadtsprecher Ralf Schmidt. „Gegenwärtig gibt es keinen neuen Sachstand hinsichtlich der künftigen Planungen des Investors.“ Mit dem Schreiben des Rechtsanwalts dürfte sich das geändert haben.

Übrigens: E-Mail-Anfragen der WAZ an den Leipziger Immobilienverwalter KKL blieben bislang unbeantwortet.

Von Carsten Bischof

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