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Trinkhalle: Lach sieht Stadt und VfL in der Pflicht

Kult-Kiosk Trinkhalle: Lach sieht Stadt und VfL in der Pflicht

Seit 38 Jahren betreibt Giovanne Moscetto seine „Trinkhalle“ am Amtsgericht. Den Kiosk, ein beliebter Treffpunkt für VfL-Fans, will der neue Investor plattmachen – er hat Moscetto zum Jahresende gekündigt. Politiker sehen Stadt und VfL Wolfsburg in der Pflicht.

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Seit 38 Jahren Pächter der grün-weißen Trinkhalle: Giovanne Moscetto soll seinen Kiosk zum Jahresende schließen. VfL-Fans starten eine Unterschriftensammlung für den Erhalt.

Quelle: Sebastian Bisch

Wolfsburg. VfL-Fans starten eine Unterschriftensammlung für den Erhalt.

Die geplante Schließung der „Trinkhalle“ am Amtsgericht wird zum Politikum: Bürgermeister Günter Lach (CDU) sieht die Stadtverwaltung und den VfL Wolfsburg in der Pflicht, mit dem neuen Besitzer des Gebäudes zu sprechen und eine Schließung „der letzten Fußball-Kultstätte, die wir in Wolfsburg noch haben“, zu verhindern. Auch Ehrenbürger Rocco Artale (SPD) appelliert an „alle Wolfsburger, einem Italiener der ersten Stunde nicht seinen Lebensinhalt zu nehmen“. Er hoffe, dass sich möglichst viele Bürger an der Unterschriftensammlung der VfL-Fans für den Kiosk-Erhalt beteiligen.

Hintergrund: Der neue Besitzer des benachbarten Hauses und der Trinkhalle hat Trinkhallen-Pächter Giovanne Moscetto zum Jahresende gekündigt (WAZ berichtete). Gegenüber der WAZ wollte sich der Investor noch nicht zu seinen Plänen äußern.

Sven Pieper und Ralf Göhner vom VfL-Fanclub Ahmstorfer Pirates starten eine Unterschriftensammlung zum Erhalt des Kiosks: „Das ist unser Treffpunkt – Giovanne betreibt ihn seit 38 Jahren. Das kann man nicht einfach plattmachen.“ Sie rufen alle VfL-Fans auf, sich am Samstag ab 12 Uhr an der Trinkhalle an der Protestaktion zu beteiligen.

Bürgermeister Günter Lach betont: „Ich kenne die Trinkhalle selbst noch aus der Zeit des alten Stadions. Sie ist die einzige alte Fußball-Kultstätte, die Wolfsburg noch hat. Der VfL und die Stadt müssen mit dem Investor reden, um die Trinkhalle zu erhalten.“ Das sieht Ex-Ratsherr Rocco Artale ähnlich: „Giovanne Moscetto und seine Trinkhalle sind eine Institution in Wolfsburg, sie haben Geschichte geschrieben.“ Sollte man die Trinkhalle nicht halten können, „kann die Stadt ihm vielleicht eine andere Lösung anbieten“.

Auch Werner Reimer (CDU), Vorsitzender des Sportausschusses, reagiert betroffen: „Ich kenne den Laden schon ewig. Er ist erhaltenswürdig.“ „Rein rechtlich“ könne die Politik aber bei einem privaten Investor „nichts machen“. Sein Stellvertreter Ingolf Viereck (SPD) sieht es ähnlich: „Auch wenn die Trinkhalle zur Tradition und zur Fan-Kultur des VfL Wolfsburg gehört.“ Von Stadt und VfL gab es am Donnerstag keine Stellungnahme.

Kiosk soll weg: Empörung im Internet

Die Nachricht der drohenden Schließung der Trinkhalle am Amtsgericht sorgte auch auf der Facebook-Seite der WAZ (www.facebook.com/wolfsburgerallgemeine) für Empörung. Einige der Reaktionen:

Angelo T. : Es ist schade, dass so viele traditionsreiche Dinge verschwinden. Der Pizza-Pavillon, Konzertkassen-Pavillon, Kiosk am Nordkopf... Bei allem Verständnis für die Weiterentwicklung unserer Stadt, aber zahlreiche Dinge gehören einfach zum Gesicht unserer Stadt und sollten auch erhalten bleiben.

Erika S. : Diese Trinkhalle gehört zu Wolfsburg wie das Glockenspiel vom Rathaus.

Kevin W. : Zwar kein VfL-Fan, aber als Kind, als der VfL noch 2. Liga spielte, gab’s da immer ein Bierchen für den Vater und ein Getränk für mich. Schade, wenn er wirklich weg muss.

Andrea B. : Vielleicht könnte man ihn versetzen. Eventuell auf das Gelände des alten Stadions, auf den Vorplatz. Man müsste mal mit den Verantwortlichen reden.

Cindy C. : Bierchen hin oder her... Da verliert jemand seine Existenz! Das ist das allerschlimmste!

Angelika B. : Der ist Kult! Wo sind die schreienden Politiker? Setzt Euch dafür ein.

Yvonne G. : Das darf einfach nicht sein! Gianni muss bleiben!

Conny W. : Das muss verhindert werden.Wir unterschreiben am Samstag.

Von Carsten Bischof

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