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Tricks der Nepper immer dreister

Verbraucherberatung zieht Bilanz Tricks der Nepper immer dreister

Unerwünschte Werbung am Telefon, dreiste Abzocke mit Gewinnspielen, dubiose Forderungen von Inkasso-Unternehmen: Wolfsburgers Verbraucher sehen sich einem zunehmenden Wust an möglichen bösen Fallen ausgesetzt.

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Verbraucherberatung Wolfsburg: Das Team um Annegret Willenbrink (re.) hat alle Hände voll zu tun.

Quelle: Gerrit Pfennig (Archiv)

Wolfsburg. Die Fälle werden nicht unbedingt mehr – aber sie werden teils deutlich intensiver. Fast 3200 Kontakte verzeichnete die Verbraucherberatung Wolfsburg letztes Jahr mit ratsuchenden Bürgern. Fast die Hälfte aller Fälle drehte sich ums Verbraucherrecht – Nepper, Schlepper, Bauernfänger haben offenbar Hochkonjunktur.

Viele suchen Hilfe bei der Verbraucherberatung, und die stellt zunehmende fest: Die Fälle, in denen mehrfach nachgehakt werden müssen, nehmen zu. Einen schildert Annegret Willenbrink, die mit Annegret Fischer-Münkel das Beratungsteam in der Schillerstraße bildet: Versandfirmen versprechen einer Frau in mehreren Briefen Geldgewinne. Diese, so glaubt die Kundin, könnten mit Einkäufen verrechnet werden – und bestellt Waren im Wert von 1500 Euro. Gewinne gab’s nicht, dafür Zahlungsaufforderungen der Firmen und schließlich die Rechnung eines Inkasso-Unternehmens über 2500 Euro. Da die Verträge zum Glück fehlerhaft waren, konnte die Verbraucherberatung selbst Mahnbescheide einer Anwaltskanzlei widerrufen. „Auf eine Adresse, wohin die Kundin die verpackte Ware zurück schicken kann, wartet sie immer noch“, sagt Annegret Willenbrink. Manchmal sorgt aber auch pure Schlamperei für großen Ärger. Ein älterer Wolfsburger bekam Inkassoforderungen von über 1300 Euro zugeschickt – die Verbraucherzentrale fand heraus, dass die entsprechenden Vollstreckungsbescheide gegen einen Mann mit gleichem Namen in Lüneburg galten.

Von den knapp 3200 Kontakten der Beratungsstelle in der Schillerstraße im Jahr 2016 entfielen 48,7 Prozent auf Fragen des Verbraucherrechts, knapp 20 Prozent drehten sich um den zunehmenden Tarifdschungel in Telekommunikation und Internet. Und: Eine immer größere Rolle spielen Fragen der privaten Altersvorsorge und der Geldanlage – in Null-Zins-Zeiten kein Wunder.

Von Ulrich Franke

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