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Trendwende: Chefs werben um Azubis

Wolfsburg Trendwende: Chefs werben um Azubis

Noch vor einigen Jahren schrieben sich Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz die Finger wund, heutzutage stöhnen Arbeitgeber, dass sie niemanden für ihre freie Lehrstelle finden.

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Beliebt: Arbeitgeber VW. Die meisten bisher unversorgten Bewerber um einen Ausbildungsplatz wollen in den Bereich Kfz-Mechatronik.

Quelle: Foto: Archiv

„Der Kampf um die besten Köpfe wird stärker“, hat Stefan Freydank von der Agentur für Arbeit festgestellt, „und Jugendliche entscheiden sich inzwischen später, sie werden wählerischer.“

Im Moment laufe die „heiße Phase“ bei den Arbeitsämtern. „Wir schreiben alle, die bei uns gemeldet sind, an und fragen nach, wie das Bewerbungsverfahren gelaufen ist“, so Freydank. Laut den vorliegenden Daten gibt es 343 freie Ausbildungsplätze und 309 Bewerber, die noch suchen. Das geht fast auf - „aber so einfach ist es nicht“, sagt Freydank. Die meisten arbeitssuchenden Jugendlichen kommen von der Haupt- und Realschule (91/195). Ihre Wünsche und Fähigkeiten stimmen aber oft nicht mit den von den Arbeitgebern gebotenen und geforderten Leistungen überein.

Ein Beispiel: Maurermeister Velten Huhnholz vermisst „Biss und Durchhaltevermögen“ bei vielen Bewerbern. „Sie kommen nur, damit sie überhaupt etwas haben. Ihnen fehlt die Leidenschaft, dabei ist es ein toller Beruf“, so Huhnholz, der fordert: „Handwerkerverbände müssten mehr für Perspektiven werben, die unsere Berufe bieten. Man kann auch mit einem Hauptschulabschluss später als Meister Fachabitur machen!“

Mehr Engagement von Arbeitgebern wie von Jugendlichen wünscht sich manchmal auch Kristin Panse vom Regionalverbund für Ausbildung (RVA), der sich für schwer vermittelbare Jugendliche einsetzt. „Betriebe sollten bereit sein, junge Leute während der Ausbildung theoretisch weiter zu schulen, wenn ihnen nicht reicht, was die Schule vermitteln konnte“, sagt sie. Und: Sie wünscht sich weniger Vorbehalte gegenüber Migranten, die am häufigsten Probleme haben. Panse: „Man sollte einen Bewerber nicht ablehnen, weil er nicht Müller oder Meyer heißt.“

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