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Stadt Wolfsburg Abschied von einem Gentleman: Trauerfeier für Günzel Graf von der Schulenburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Abschied von einem Gentleman: Trauerfeier für Günzel Graf von der Schulenburg
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23:59 10.08.2018
“Haltung bewahren“: Der jüngste Sohn Friedrich hielt eine bewegende Rede über und für den verstorbenen Grafen, die mit „Mein lieber Papi“ begann. Quelle: Sebastian Bisch
Nordsteimke

Weit mehr als die angemeldeten 600 Trauergäste nahmen am Freitag Abschied von Dr. Günzel Reichsgraf von der Schulenburg. Die stilechte und doch ganz bodenständige Trauerfeier im Gutspark in Nordsteimke hätte dem vor 14 Tagen verstorbenen adligen Agrarwissenschaftler sicher gefallen.

Hochgebildeter Kirchenpatron

Neben vielen Verwandten sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung, Vereinen, Wirtschaft, Sport und Kultur war seine komplette „Mannschaft“ gekommen – Mitarbeiter und Helfer. Propst i.R. Matthias Blümel erinnerte sich an eine theologisch-kunstgeschichtliche Diskussion mit dem hochgebildeten Kirchenpatron über das ewige Leben. „Er hat darauf vertraut“, versicherte er der Familie wie der Trauergemeinde. Und als der Geistliche die Worte „Nun müssen wir Abschied nehmen“ sprach, schob sich für kurze Zeit eine dunkle Wolke vor die Sonne.

Trauer: Als der Propst i.R. und Familie des verstorbenen Grafen in den Gutspark kamen, läuteten die Glocken der nahen Nicolai-Kirche. Quelle: Sebastian Bisch

In einer bewegenden Rede erinnerte des Grafen jüngster Sohn Friedrich an das Leben, Schaffen und Wesen des Verstorbenen, den er mit „Mein lieber Papi“ direkt ansprach. Er erwähnte auch, was der Gentlemen der alten Schule ihm wohl gesagt hätte: „Haltung bewahren, Pobacken zusammenkneifen.“ Sein handwerkliches Geschick mag der Graf den Söhnen Friedrich, Clemens und Günther vielleicht tatsächlich nicht vererbt haben, seinen Humor offenbar schon.

Trauergemeinde: Verwandte, Weggefährten, Freunde, Vereine und Mitarbeitende versammelten sich zu Ehren des Verstorbenen im Park des Ritterguts. Quelle: Sebastian Bisch

Und auch seine herzliche Wertschätzung für alle Menschen färbte ab. So vergaß der Trauernde nicht, auch Ärzten und Sozialstation sowie den engsten Vertrauten und Fahrern des Pferdesport-begeisterten Grafen zu danken. Die Enkel wünschten ihrem „Grandpapa“ im Fürbittengebet, dass dieser auch im Himmel viele Pferde um sich haben möge. Ein Pferd ohne Reiter folgte der Kutsche mit dem Sarg zur Familiengrabstätte im nahen Wald.

Vita eines bodenständigen Adligen

Geboren wurde Günzel Graf von der Schulenburg am 13. Februar 1934 – die Hebamme sei damals mit dem Fahrrad zum Wolfsburger Schloss gekommen, berichtet die Familie. Nach seinem Abitur auf dem Ratsgymnasium studierte er Agrarwissenschaften. Trotz seines beeindruckenden Fach- und Allgemeinwissens blieb der Adlige immer bodenständig und packte auch handwerklich selbst gern an. Ursprünglich wollte er die Diplomatenlaufbahn einschlagen, übernahm dann aber nach dem Unfalltod seines Bruders im Jahr 1962 die Geschäfte auf dem Rittergut in Nordsteimke. Der Land- und Forstwirtschaft widmete er sich mit Leidenschaft, seine besondere Passion aber war der Pferde- und Fahrsport. Dem Rat der Stadt Wolfsburg gehörte er von 1972 bis 1977 an. Seine Frau Alixandrine schenkte ihm drei Söhne. Dem ältesten, Günther, übergab er 1998 seinen Besitz. Dr. Günzel Reichsgraf von der Schulenburg verstarb am 25. Juli 2018 und fand seine letzte Ruhestätte jetzt in Nordsteimke, nah bei seiner 2015 verstorbenen Frau.

Erinnerung an den „Grandpapa“: Die Enkelkinder sprachen gemeinsam das Fürbittengebet. Quelle: Sebastian Bisch

Von Andrea Müller-Kudelka

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