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Stadt Wolfsburg Tolle Lesung von Iris Berben und Thomas Thieme
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Tolle Lesung von Iris Berben und Thomas Thieme
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16:01 06.05.2018
Spannend: Thomas Thieme und Iris Berben glänzten im Stück „Heilig Abend“ von Daniel Kehlmann. Quelle: Britta Schulze
Wolfsburg

Ein gutes Theaterstück stellt wichtige Fragen, liefert Antworten und regt seine Zuschauer zum Nachdenken an. Daniel Kehlmanns „Heilig Abend“ erfüllt zwei dieser drei Eigenschaften – gelesen am Samstag im Rahmen der Movimentos-Festwochen in der Autostadt von Iris Berben und Thomas Thieme.

Polizist verhört Professorin

Das Panoramakino ist voll besetzt, als die beiden bekannten Filmschauspieler den Raum betreten und sich an einen Tisch gegenüber setzen. Das Szenario ist schnell klar: Polizist Thomas (Thieme) verhört die Hochschulprofessorin Judith (Berben). Zunächst scheint er der linksradikalen Denkerin nur Gewaltverherrlichung vorzuwerfen. Mit dem von ihr vertretenen Konzept zur revolutionären Gewalt würde sie Terroranschläge rechtfertigen. Attentäter sogar zur Gewaltanwendung motivieren – „Theorien von vorgestern“, so der Polizist.

Verhör: Polizist Thomas will wissen, ob Professorin einen Bombenanschlag plant. Quelle: Britta Schulze

Die Professorin hält dagegen: „Strukturelle Gewalt“ und Unterdrückung seien aktueller denn je. Unser System, unsere Art zu leben seien schuld an den Flüchtlingsströmen. Zwischen den Beiden beginnt ein Schlagabtausch über Grundprinzipien unserer Demokratie wie Freiheit, Rechtsstaat, Sicherheit und Gerechtigkeit.

Tut sie es? Oder tut sie es nicht?

Doch dann wirft Thomas Judith vor, mit ihrem Ex-Mann Peter einen Bombenanschlag geplant zu haben. Um 24 Uhr soll die Bombe explodieren – aber tut sie es auch? Die Antwort auf diese Frage bleibt das Stück ebenso schuldig wie auf die Frage, ob ein hehres Ziel den Einsatz von Gewalt rechtfertigt.

Thomas Thieme und Iris Berben hingegen bleiben den Zuschauern nichts schuldig – sie lesen, ja spielen bisweilen das Vorgelesene so intensiv, dass das Publikum meint, Zeuge eines realen Verhörs zu sein. Ein größeres Kompliment kann man Schauspielern nicht machen, oder?

Übrigens: Für die beiden war es nicht der erste Auftritt in der Autostadt.

Von Carsten Bischof

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