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Tödliche Schüsse: Polizei verhaftet drei Verdächtige

Wolfsburg-Fallersleben Tödliche Schüsse: Polizei verhaftet drei Verdächtige

Der tödliche Streit im Asylbewerberheim Fallersleben steht unmittelbar vor der Aufklärung. In dem Heim an der Hafenstraße war am Mittwochabend ein 31 Jahre alter Mann aus Nigeria im ersten Stock niedergeschossen worden, er starb wenig später im Klinikum (WAZ berichtete). Noch in der Nacht zu Donnerstag verhaftete die Polizei drei mutmaßliche Täter (35/35/26).

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Asylbewerberheim Fallersleben: Rauschgiftgeschäfte waren offenbar der Grund für den Streit gewesen, bei dem ein Bewohner des Heims getötet wurde.

Quelle: Photowerk (he)

Bei den verhafteten Männern handelt es sich nach WAZ-Informationen um drei Deutsche mit russischem Migrationshintergrund; keiner der Männer wohnt in dem Asylheim, für zwei Verdächtige beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl.

Innenminister Boris Pistorius erklärte gestern im Landtag, Drogengeschäfte hätten zu dem tödlichen Streit geführt. Das wollte die Polizei gestern Nachmittag in dieser Form nicht bestätigen. Zwar habe es Streit wegen eines Drogendeals gegeben, der Getötete selbst aber habe ganz offenbar nicht mit Rauschgift gehandelt.

Die Polizei war am Mittwoch um 20.30 Uhr wegen einer Schlägerei in dem Heim alarmiert worden; wenig später traf der nächste Notwurf ein, weil auch Schüsse gefallen waren. Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie „tumultartige Zustände“ vor, so die Polizei.

Rettungskräfte transportierten den  Nigerianer ins Klinikum, wo er gegen 22 Uhr seiner schweren Schussverletzung erlag – er war im Oberkörper getroffen worden. Die Obduktion des Opfers stand gestern noch aus.

Die Aussage eines jugendlichen Heimbewohners führte die Polizei auf die Spur der drei Tatverdächtigen. Einer der Männer war erheblich verletzt. Insgesamt 13 Vernehmungsteams sprachen mit Zeugen, insgesamt umfasst die  Mordkommission 40 Polizeibeamte.

Die Tatwaffe wurde trotz intensiver Suche noch nicht gefunden.

  • Der Text wurde aktualisiert

Asylbewerberheim Fallersleben: Die Polizei sicherte den Tatort in der Hafenstraße ab - die Spurensicherung begann noch in der Nacht.

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Minister Pistorius im Landtag: Geschäfte mit Drogen

Der tödliche Streit im Fallersleber Asylbewerberheim war gestern auch ein Thema im Landtag. Dort äußerte sich Innenminister Boris Pistorius zu den Ereignissen.

Geschäfte mit Rauschgift seien der Grund für die Schießerei gewesen, erklärte der SPD-Politiker im Landtag. Polizisten hätten laut Pistorius im ersten Stock einen von Schüssen schwer verletzten Mann gefunden.

Er sei gegen 22 Uhr im Krankenhaus gestorben. Nach den bisherigen Erkenntnissen könne eine politische Straftat ausgeschlossen werden, sagte Pistorius. Er warnte davor, „den tragischen Vorfall“ in einen Kontext mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik zu stellen.

Die CDU hatte zuvor die stark gestiegenen Flüchtlingszahlen in eine Verbindung mit einer wachsenden Zahl von Vorfällen in Asylbewerberheimen gestellt. Sie forderte mehr Unterstützung für die Kommunen und den Einsatz von Sozialarbeitern.

„Ein Zusammenhang zwischen der Flüchtlingsunterbringung und der schweren Straftat ist nicht erkennbar“, sagte hingegen Boris Pistorius.

red

Kommentar: Sicherheit

von Carsten Baschin

Der tödliche Streit im Asylbewerberheim  sorgt  nicht nur in Fallersleben für Entsetzen – über die Stadtgrenzen fragt man sich, wie es dazu kommen konnte, sogar im Landtag waren die blutigen Ereignisse gestern ein Thema.

Die Polizei hat schnell  gehandelt, drei Tatverdächtige sind bereits gefasst. Die genauer Hintergründe des tödlichen Streits stehen noch nicht fest.  Fest steht allerdings, dass möglichst schnell wieder Normalität in das Heim einziehen sollte – dort leben viele Familien mit Kindern, die sich nichts mehr wünschen als Frieden und Sicherheit.

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