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Stadt Wolfsburg Todkranke Frau: Fahrt in Klinik verweigert
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Todkranke Frau: Fahrt in Klinik verweigert
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00:16 07.03.2016
Sauer auf den Rettungsdienst: Ilona Günzel musste ihre Freundin Lieselotte (78) selbst in die Notaufnahme fahren, inzwischen ist die Frau verstorben. Quelle: Boris Baschin
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Ilona Günzl versteht die Welt nicht mehr: Ihre Freundin Lieselotte (78) hatte starke Schmerzen, deshalb rief sie einen Rettungswagen. Der kam auch, die Rettungssanitäter hätten die Patientin aber nur kurz angeschaut und lapidar festgestellt, sie seien „kein Taxiunternehmen“ - Ilona Günzl musste ihre Freundin selbst in die Notaufnahme des Klinikums bringen. Zwei Tage später wurde bei Lieselotte Krebs festgestellt, inzwischen ist sie verstorben.

„So ein Verhalten geht gar nicht“, schimpft Günzl. Die 59-Jährige habe sich in dieser Notsituation vom Rettungsdienst allein gelassen gefühlt. Ihre Freundin hatte sie in der Mittagszeit angerufen, weil es ihr nicht gut ginge. „Sie hat gezittert und hatte Schmerzen im ganzen Körper“, erzählt Ilona Günzl. Deshalb rief sie den Rettungswagen - das hatte ihr auch der Hausarzt der Freundin geraten. Der Wagen kam, doch die Patientin nahm er nicht mit ins Krankenhaus - sie sehe gesund aus, hätten die Sanitäter über die 78-Jährige noch gesagt.

Also entschied Ilona Günzl, die Freundin selbst in die Notaufnahme des Klinikums zu fahren. Dort wurden zunächst Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern als Ursache für das akute Leiden festgestellt - die Freundin blieb im Krankenhaus. Zwei Tage später stellten Ärzte bei der 78-Jährigen dann Krebs im Endstadium fest - kurz darauf starb sie.

Die Stadt verteidigt das Vorgehen der Rettungssanitäter: Die Fahrzeugbesatzung habe eine Anamnese bei der Patientin durchgeführt und sei zu dem Entschluss gekommen, dass keine Behandlung im Krankenhaus und somit kein Transport notwendig sei. Weiter hätten sie der Patientin empfohlen, falls sie den Wunsch habe, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen, sich an ihren Hausarzt oder den kassenärztlichen Notdienst zu wenden. Die Kollegen hätten dann darauf hingewiesen, dass ein Transport dahin nur in privater Form oder mit einem Taxi erfolgen kann. „Sollte diese Aussage falsch aufgefasst worden sein, bittet die Berufsfeuerwehr hiermit um Entschuldigung“, teilte Wichmann mit.

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