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Tod in der Hafenstraße: Angeklagter bestreitet Tat

Wolfsburg / Braunschweig Tod in der Hafenstraße: Angeklagter bestreitet Tat

Braunschweig. Vor dem Landgericht in Braunschweig steht seit Montag ein Asylbewerber aus Liberia (24). Er wird beschuldigt, Anfang Februar in der Unterkunft in der Hafenstraße einen 33-jährigen Kameruner mit einem Küchenmesser erstochen zu haben – aus Eifersucht. Den Vorwurf bestreitet er vehement.

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Prozess-Auftakt am Landgericht: Der Angeklagte (24) aus Liberia bestreitet, im Asylheim in Fallersleben einen Bewohner aus Kamerun erstochen zu haben.

Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Gleich zu Beginn des Prozesstags wies der Vorsitzende Richter, Dr. Ralf Polomski, darauf hin, dass nicht nur eine Verurteilung wegen Totschlags (bis zu fünf Jahre Haft), sondern auch wegen Mordes in Betracht kommen könnte – falls dem Täter Heimtücke nachgewiesen werden kann. „Ich könnte nie einen Menschen töten“, versicherte der Angeklagte.

Er schilderte sein Verhältnis zu dem Toten: Freunde seien sie gewesen, hätten Fußball gespielt und sich ab und zu im Wettbüro getroffen. Wie seine Fingerabdrücke auf die Tatwaffe gekommen sind, könne er sich nicht erklären, sagte er auf englisch und unterstrich das mit großer Geste, als die Dolmetscherin übersetzte. Das Motiv – Eifersucht – ließ er nicht gelten: Die Frau, um die es geht, sei zwar Mutter seiner Tochter, aber er liebe sie nicht. Und Gerüchte, dass der Tote etwas mit ihr gehabt haben soll, habe er sowieso nicht geglaubt: „Der hatte doch schon zwei schwarze Freundinnen.“

Einen Grund für die Tat habe vielmehr ein Amerikaner gehabt, mit dem sich der 33-Jährige über Geld gestritten habe, so der Angeklagte. Jetzt wunderte sich die Staatsanwaltschaft: Weder vom Amerikaner noch von einem namenlosen Freund, mit dem sich der 24-Jährige während der Tatzeit am Fallersleber Bahnhof getroffen haben will, war bisher in den Vernehmungen durch die Polizei die Rede gewesen.

von Andrea Müller-Kudelka

Ermittlungen in der Hafenstraße: Am 5. Februar wurde hier ein Bewohner erstochen.

Die Tat: Brutaler Angriff mit einem Küchenmesser

Aussagen von Zeugen (Wachdienst und Polizei) sowie eines Sachverständigen halfen den Richtern und Schöffen am Braunschweiger Landgericht, den Tathergang vom 5. Februar in Fallersleben zu rekonstruieren.     Der Zustand der Leiche ließ  darauf schließen,  mit welcher  Brutalität der Täter vorgegangen ist.

13 zum Teil tiefe Stichwunden – zehn davon im Rücken – und mehrere Schnittwunden wurden bei der Obduktion protokolliert. An drei Stellen wurde das Messer mit solcher Wucht in den Körper gerammt, dass sogar Rippe und Wirbelsäule verletzt wurden. Auch Lunge und Milz wurden getroffen. Keine der Verletzungen selbst war tödlich. Das Opfer konnte sich gegen 2 Uhr vom Zimmer im ersten Stock bis auf den Hof des Asylbewerberheims schleppen und leise um Hilfe rufen. Dann führte der Blutverlust zu Kreislaufversagen und Tod.

„Erstaunlich ruhig“ sei es beim Eintreffen der Polizei gegen 2.30 Uhr in der Hafenstraße gewesen, sagte eine Polizistin. Die Wachmänner waren der Blutspur gefolgt und hatten zunächst zwei andere Bewohner der Tat verdächtigt.Zeugenaussagen, Anrufprotokolle und Spuren auf einem blutigen Küchenmesser wiesen später auf den 24-Jährigen hin, der an diesem Tag im Heim zu Besuch war. Er gibt aber an, das Gelände vor Mitternacht verlassen zu haben.

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