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Tod im Klinikum: Gutachter sieht Fehler

Wolfsburg Tod im Klinikum: Gutachter sieht Fehler

Am 30. Juli 2012 starb Damira H. an einem Multi-Organversagen im Wolfsburger Klinikum. Ein Gutachten bescheinigt der Klinik haarsträubende Fehler, Schmerzensgeld erhalten die Hinterbliebenen dennoch nicht - der Tod der 21-Jährigen sei nicht mit 100-prozentiger Sicherheit auf einen Behandlungsfehler zurück zu führen.

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Klinikum der Stadt Wolfsburg: Nach dem Tod einer Patientin bestätigte ein Gutachten schwere Behandlungsfehler.

Quelle: Vogelsang (Archiv)

Damira H. litt seit Jahren an einer chronischen Stoffwechselkrankheit, im Sommer 2012 wurde sie stationär im Klinikum Wolfsburg behandelt. Am 30. Juli verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch, Laborwerte zeigten ein akutes Leber- und Nierenversagen.

Die Ärzte entschieden, die Patientin am Abend auf die Intensivstation der MHH Hannover zu verlegen. Auf die Idee, die schwerkranke Frau bis dahin auf die eigene Intensivstation zu verlegen, kam niemand. Dies sei „völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar“, heißt es in einem Gutachten der Universitätsmedizin Rostock - ein Behandlungsfehler.

Doch die Schlichtungsstelle der Ärztekammer, die das Gutachten selbst in Auftrag gegeben hatte, hält Schadenersatzansprüche für nicht begründet. Eine Obduktion lehnten die Angehörigen ab. Ob eine rechtzeitige Verlegung das Leben der Patientin gerettet hätte, sei somit nicht erwiesen.

„Ein Unding“, sagt Rechtsanwalt Dr. Marcus Vogeler, der die Familie vertritt. „Klinikum und Stadt Wolfsburg sollten ihre Schuld anerkennen. Nach dem Gutachten liegt ein grober Behandlungsfehler vor.“ Er forderte 50.000 Euro, doch die Stadt zahlt nicht. Und so kann die Familie auch knapp drei Jahre nach dem Tod von Damira H. das bedrückende Kapitel immer noch nicht abschließen. „Wir prüfen nun eine Zivilklage“, sagt Marcus Vogeler - aufgrund des Gutachtens stünden die Chancen gut.

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Wolfsburg
Medizinische Hochschule Hannover: Hierher sollte die Patientin verlegt werden, bevor sie starb.

Stadt und Klinikum Wolfsburg sprachen im Fall Damira H. auf WAZ-Anfrage ihr „ausdrückliches Bedauern über den tragischen Krankheitsverlauf“ aus. Konkret wolle man aus Gründen des Datenschutzes auf den Fall nicht weiter eingehen.

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