Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Titanic-Boygroup trat im Hallenbad auf
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Titanic-Boygroup trat im Hallenbad auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:06 07.11.2018
Lesetage: Die „Titanic-Boygroup“ mit Thomas Gsella (v.l.), Martin Sonneborn und Oliver Maria Schmitt im Hallenbad. Quelle: Burkhard Heuer
Wolfsburg

Wurde schon Dietmar Wischmeyer mit seinem Gastspiel zum Auftakt der Lesetage 2018 als deftig zitiert, am Dienstag gab‘s vor 150 Besuchern im großen Saal des Hallenbades noch eins drauf: Unter dem Motto „20 Jahre Krawall in Deutschland“ gastierte die „Titanic Boy Group“ in Wolfsburg. Allein schon der Name ist Satire: Hinter ihm verbergen sich mit Thomas Gsella (60), Martin Sonneborn (53) und Oliver Maria Schmitt (52) augenscheinlich seriöse Herren älteren Semesters. Wenn sie allerdings den Mund aufmachen, so erinnert ihre Sprache manchmal eher an die pubertierender Rotzlöffel auf dem Schulhof.

Die drei nehmen mit Vorliebe Boulevard-Kollegen aufs Korn

Gsella, Sonneborn und Schmitt dürfen das, sie pflegen es gar, bis es fast nicht mehr auszuhalten ist. Alle drei sind ehemalige Chefredakteure des Satiremagazins „Titanic“, das mit Vorliebe Berufskollegen aus dem Boulevard aufs Korn nimmt. Dass ihre aktuellen Jobs im Netz als Journalist, Schiftsteller gar als Politiker bezeichnet werden, täuscht: Sie sind und bleiben im Hauptberuf bitterböse Satiriker, Jongleure der Vulgärsprache mit dem Höhepunkt, dem CDU-Hoffnungskandidaten Friedrich Merz schon heute einen Beinamen anzufügen, der in der Gossensprache das weibliche Geschlecht bezeichnet.

Signierstunde: Fans der „Titanic-Boygroup“ um Martin Sonneborn (l.) standen Schlange. Quelle: Burkhard Heuer

Völlig illusorisch, auch nur ansatzweise die kompletten „Geschmacklosigkeiten auf höchstem Niveau“ ( Zitat „Titanic Group) des über zweistündigen Programms aufzulisten: Aktuell bekamen natürlich unter anderem die Stadt Wolfsburg als „das Sachsen Deutschlands“ , die Sachsen selbst, Niedersachsen als Land der Unzucht mit abhängigem Vieh und ein Ex-Verfassungsschutzpräsident ihr Fett ab. „Früher hätte man Maaßen einen 45er auf den Tisch gelegt und wäre dann rausgegangen.“

Brüssel als Treffpunkt von „politischem Altmaterial“

Richtig lustig allerdings wird es, wenn Realität wie Satire scheint. Sonneborns Auftritte im EU-Parlament („Die Partei“) sind großartig, entlarven Brüssel als Treffpunkt von „politischem Altmaterial“. Im Foyer wurde übrigens fleißig dafür geworben, auch kleinste Parteien wieder zur Wahl zuzulassen. Hier gab es auch angeregte Diskussionen. Die Freundinnen Julia Krasper aus Wolfsburg und Claudia Wieczorek aus Braunschweig meinten: „Super, wir bräuchten mehr Sonnebergs in der EU.“ Optiker Ehme de Riese, der seit zehn Jahren die Lesetage unterstützt, sagte: „Großartige Veranstaltung. Aber man muss manchmal schon ganz genau hinhören, wo Realität endet und die echte Satire anfängt.“

Von Burkhard Heuer

Der Sara-Frenkel-Platz am Nordkopf soll aufgewertet werden. Das fordern die Ratsfraktionen der SPD, PUG, FDP und der Grünen in einem gemeinsamen Antrag. Der Platz, der 2010 feierlich neben der Markthalle eröffnet wurde, soll mit einem Denkmal an die Zwangsarbeit in Wolfsburg während der NS-Zeit erinnern. Benannt ist er nach der einstigen Zwangsarbeiterin Sara Frenkel.

07.11.2018

Der liebste Schatz des Wolfsburgers, das ist bekannt, ist das Auto. Und das wird auch gehegt und gepflegt, wie die aktuellen Zahlen des TÜV Nord belegen.

07.11.2018

Der Hamburger Filmemacher und Aktivist Grigorij Richters läuft derzeit zu Fuß von Paris nach Berlin. Er macht dabei auch Halt in Wolfsburg. Mit seiner Aktion will er auf ein wichtiges Flüchtlingsthema aufmerksam machen.

07.11.2018