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Tierschützer räumen Stall: Mehr als 350 Nager gehortet

Velpke Tierschützer räumen Stall: Mehr als 350 Nager gehortet

Velpke . Der Einsatz erfolgte überfallartig: Im Auftrag des Veterinäramts Helmstedt räumten zehn Mitglieder eines deutschlandweit tätigen Kaninchenschutzvereins am Samstag die Ställe und die Wohnung einer Tierhalterin in Velpke. Sechs Degus, rund 150 Kaninchen und etwa 200 Meerschweinchen transportierten sie nach eigenen Angaben ab.

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Räumung: Jenny Gundlach mit einem von 200 Meerschweinchen, die eine Velpkerin in Haus und Garten hielt..

Quelle: Gero Gerewitz (2)

Es handele sich um einen Fall von krankhaftem „Animal Hoarding“ sagte Jenny Gundlach aus Berlin, Sprecherin des Vereins. Etwa 30 der Meerschweinchen waren ihrer Aussage nach trächtig, eines warf seine Junge noch während der Räumung. Viele Tiere waren verletzt, fast alle krank, einige tot. Die Räumung dauerte mehrere Stunden. Die Tiere werden deutschlandweit an Pflegestellen vermittelt.

Die Tierhalterin rief Polizei und Anwalt an. Sie versicherte unter Tränen: „Ich habe meine Tiere nicht vernachlässigt! Ich kann sie doch nicht einfach verscherbeln.“ Auch Bärbel Gädke vom Tierschutz Wolfsburg erhielt einen Anruf. Sie bescheinigte der Halterin telefonisch, dass sie immer bemüht gewesen sei und kritisierte, dass der Einsatz nicht angekündigt war.

Gundlach betonte, das Vorgehen sei üblich, damit kein Tier versteckt werden kann. „Mir tut die Halterin leid, aber irgendwann muss man durchgreifen“, sagte sie. In den vergangenen Jahren war die Frau mehrfach aufgefordert worden, den Tierbestand zu reduzieren.

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WAZ-INFO: Animal Hoarding – Tiersammelsucht

Die Tiersammelsucht – englisch animal hoarding – ist vor allem in den USA ein verbreitetes Krankheitsbild (3000 Fälle). In Deutschland sind mittlerweile mehr als 500 Fälle bekannt.

Die psychisch stark belasteten Tiersammler sind selbst nicht in der Lage, die Auswirkungen von Hygiene-, Platz- und Versorgungsmängeln zu erkennen. Sie leugnen oder bagatellisieren die Probleme, die sowohl für die Tiere als auch für den Menschen, der mit ihnen lebt, auftreten.

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