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Thomas Schlick (AfD): „Wir brauchen auf vielen Politikfeldern einen Kurswechsel“

Bundestagswahl 2017 Thomas Schlick (AfD): „Wir brauchen auf vielen Politikfeldern einen Kurswechsel“

Seit der Kommunalwahl 2016 sitzt Thomas Schlick im Rat der Stadt Wolfsburg. Er ist auch Vorsitzender der AfD Wolfsburg. Jetzt möchte er in den Bundestag einziehen.

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Mit ordentlich Gegenwind: AfD-Kandidat Thomas Schlick

Quelle: Gero Gerewitz

Wolfsburg . CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP nennt der 41-Jährige „große Einheitspartei“.

Warum kandidieren Sie für den Bundestag ?

Die politische Arbeit macht viel Spaß und ist notwendig für unser Land, ist aber auch anstrengend und sehr zeitintensiv. Ich strebe ein Mandat an, um mich ganz auf die politische Arbeit konzentrieren zu können. Neben einem Vollzeitjob ist das auf dem derzeitigen, hohen Niveau kaum über vier Jahre durchzuhalten. Ich möchte aber weiterhin politisch wirken. Das würde mit dem Bundestagsmandat natürlich viel einfacher. Man bekommt mehr Aufmerksamkeit und mehr Möglichkeiten, sich mitzuteilen. Das bringt die politischen Ziele noch besser an die Bürger. Natürlich ist es auch sehr verlockend, Entscheidungen direkt beeinflussen zu können durch sein Abstimmungsverhalten und Redebeiträge und die Ausschussarbeit. Insgesamt aber ist das übergeordnete Ziel: Eine Politik für Deutschland machen. Für unser Volk. Die Politik der großen Einheitspartei der CDU/SPD/Grüne/Linke/FDP verhindern. Wir brauchen auf vielen Politikfeldern einen Kurswechsel. Wir brauchen das Zurück-Schrauben des Einflusses der 68er. Grenzen sichern, Integration neu denken, Festhalten an der deutschen Leitkultur, Ende der Eurorettung, Rückabwicklung der EU hin zu einem Europa der Vaterländer mit echter Subsidiarität. Kein Gender Mainstreaming, keine Frühsexualisierung in den Schulen, echte direkte Demokratie mit Volksabstimmungen auf Bundesebene. Um nur einige zu nennen.

Welche Vorbilder haben Sie?

Meine Eltern, meine Großeltern.

Welche Konsequenzen muss die Politik aus dem Dieselskandal ziehen?

Die enge Bindung zwischen Konzernspitze, Gewerkschaft, Betriebsrat, Stadt, Land und Bundesregierung hat dazu geführt, dass ein abgeschlossener Bereich entstanden ist, in dem keine Kontrolle mehr erfolgt ist. Zu viel Nähe ist eben auch nicht so gesund für alle Seiten… Besonders die Manager sind völlig abgehoben. Anteilseigner und neue Politiker sollten diese Leute mal wieder auf den Boden zurückholen.

Die Flüchtlingsfrage bleibt ein drängendes Thema. Was muss in dieser Sache in der nächsten Wahlperiode geschehen?

Sicherung der Grenzen nach dem Vorbild Australiens. Rückführung von unberechtigt Eingereisten. Konzentration der Integrations-Bemühungen auf Menschen mit langfristiger Bleibeperspektive. Strikte Anwendung eines Einwanderungsmodells nach kanadischem Vorbild. Deutschland und Europa müssen generell einen Weg finden, dem Migrationsdruck stand zu halten.

Unterstützt Sie Ihre Familie in Ihrem politischen Engagement?

Ja. Meine Familie unterstützt mich sehr und ich bin sehr dankbar dafür, dass meine Frau das mitmacht und mein gesellschaftliches Engagement toleriert. Meine Eltern ebenso. Selbst wenn mal inhaltliche Differenzen da sein sollten, wurde ich immer ermuntert, meine Meinung zu sagen und mich für die Dinge, die mir wichtig sind, einzusetzen. Da man oft in Sitzungen und auch am Wochenende unterwegs ist, müssen auch die Kinder verstehen, was der Papa da macht und warum. Ich habe den Eindruck, dass sie ein positives Bild von meiner Tätigkeit haben und verstehen, dass ich das mache, damit sie in Deutschland auch in Zukunft frei leben – und einmal ihre eigenen Kinder in einer friedlichen Gesellschaft groß ziehen können. Und daher verschmerzen sie es, wenn der Vater mal nicht bei der ein- oder anderen Feier dabei ist. Die Zeit, die ich dann aber mit meiner Familie habe, nutze ich sehr bewusst.

Womit beschäftigen Sie sich außerhalb Ihrer Arbeit, wobei entspannen Sie am besten?

Ich trainiere Ju-Jutsu, sowohl als Sportler wie auch als Trainer. Bei diesem Selbstverteidigungs-System kann man sich herrlich auspowern und kommt in Schweiß! Anschließend entspanne ich beim Spaziergang mit meinem Hund im Wald oder in der Badewanne. Leider fehlt mir momentan die Zeit zum Angeln. Dabei kann man auch wunderbar entspannen!

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen, welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Film: „Ich - Einfach unverbesserlich 3“ zusammen mit meiner Familie im Kino. Buch: „Der Links-Staat“ von Christian Jung.

Was schätzen Sie an Wolfsburg am meisten?

Dass ich – egal in welchem Stadtteil – mit wenigen Metern Fußweg in der Natur sein kann. Wolfsburg ist übersichtlich und hat wenige Hochhäuser, was ich sehr begrüße. Wolfsburg liegt zentral in Deutschland und erlaubt es so, relativ problemlos fast jeden Punkt in der Republik mit vertretbarem Aufwand zu erreichen. Das eröffnet Möglichkeiten für Tagesfahrten, zum Beispiel mit dem ICE. Wolfsburg hat teilweise familiären Charakter. Trotzdem sind durch das Werk viele auch oft im Ausland unterwegs. Das spürt man und prägt die Menschen.

Was würden Sie in Wolfsburg gern ändern?

Die Politik! Vieles wird hinter den Kulissen in diversen Gremien besprochen, geplant und dann vom Oberbürgermeister als „gesetzt“ in den Stadtrat zum „Abnicken“ eingebracht. Wirkliche politische Entscheidungen in einer frühen Phase sind selten. Eine gegenteilige Entscheidung des Rates der Stadt entgegen der Verwaltung ist nicht erkennbar. So verkommen die gewählten Vertreter der Bürger zur Marionette. Das muss sich ändern! Anträge sollten nicht nur eingebracht und darüber beschlossen werden, sondern diskutiert und eventuell verändert. Dazu braucht es mehr Beratungszeit. Ein Antrag sollte mindestens zweimal im Fachgremium Thema sein und nicht bereits bei Einbringung in den Ausschuss in den Fraktionen abschließend entschieden sein, es fehlt sonst die Kompromiss-Findung zwischen den Fraktionen! Wolfsburg braucht weniger Oberflächlichkeit und dafür mehr Tiefe! Vor allem emotionale Tiefe, was die Bindung zu den schönen Seiten der Stadt anbetrifft. Oft versucht Wolfsburg sich zu wandeln, anders zu sein. Moderner als andere, größer zu werden… vergisst aber, manchmal, dass es bereits sehr liebenswürdige Dinge gibt, die erhaltenswert sind und die man gar nicht verändern muss! Wenn ich alleine entscheiden würde, würde ich die Porschestraße wieder für Autos öffnen. Dann würde ich eine S-Bahn nach Helmstedt legen. Ich würde einen Teil der Strecke über den Mittellandkanal und die Heinrich-Nordhoff-Straße führen – wie die Schwebebahn in Wuppertal. Das wird bestimmt niemals kommen, aber das wäre das, was ich ändern würde, wenn ich könnte. Ich würde die Post in das Südkopfcenter umziehen lassen, damit man sie gut erreichen kann.

Was kann der VfL Wolfsburg in der neuen Fußballbundesliga-Saison erreichen?

Ich denke, dass der VfL eine leicht bessere Saison hinlegen wird als letztes Jahr, so dass uns möglicher Abstieg und Relegation dieses Mal erspart bleiben werden. Um oben mit zu spielen, fehlen aber noch die Konstanz und das Zusammenwachsen als Mannschaft. Darum wird sich der VfL meiner Meinung nach in der Mitte der Tabelle wiederfinden – was eine ganz gute Position ist, um die Mannschaft zu solidieren. Es liegt noch viel Arbeit vor dem VfL, bevor er sich an der Tabellenspitze dauerhaft festsetzen kann. Diese Entwicklung wünsche ich dem VfL und finde es spannend, diese Aufbauarbeit zu einem der besten Clubs in Deutschland mit zu verfolgen. Das Werden ist der Weg!

Zur Bundestagswahl

Am Sonntag, 24. September, ist Bundestagswahl. In den nächsten Tagen stellt die WAZ die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg (Wahlkreis 51) vor. Ihnen wurden jeweils die selben zehn Fragen gestellt. Alle Antworten erscheinen ungekürzt, wodurch sich die teils deutlichen Unterschiede in der Länge der Texte für die jeweiligen Kandidaten erklären.

Von der WAZ-Redaktion

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