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Teilen statt wegwerfen: Foodsharing

Jetzt auch in Wolfsburg Teilen statt wegwerfen: Foodsharing

2012 gründete sich ein Verein, der deutschlandweit verhindern will, dass Lebensmittel weggeworfen werden, weil sie Druckstellen haben oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft. Auch in Wolfsburg gibt es jetzt eine Plattform der Lebensmittelretter.

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Kooperationspartner: Lebensmittel-Retterin Ricarda Fritzsche (l.) und Geschäftsfrau Julia Mondry (Bioladen Sonnenschein).

Quelle: Tim Schulze

Wolfsburg. „Elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland pro Jahr weggeworfen“, weiß Ricarda Fritzsche, Foodsharing-Botschafterin für Wolfsburg. Die Studentin schloss sich den Lebensmittelrettern (Foodsavern) an, die für Nachhaltigkeit sorgen. Das Prinzip: Essen wird verschenkt – oder selbst gegessen. Wo wer was abholt, wird per Internet geregelt.

„Je mehr Menschen mitmachen, egal ob arm oder reich, umso mehr Lebensmittel können wir retten“, wirbt die Wolfsburgerin. Man muss sich mit seinen Daten plus Foto über die Internetseite foodsharing.de anmelden – und sich verpflichten, einem Kodex zu folgen. Eine Regel: Nichts darf verkauft oder eingetauscht werden. „Und wir sind keine Konkurrenz für die Tafeln“, betont Ricarda. Die Foodsaver treten dort in Aktion, wo Tafeln nichts mehr verwerten dürfen oder können – wenn Mengen zu klein, die Zeit zu kurz oder das Haltbarkeitsdatum schon überschritten ist.

Lebensmittel werden sowohl bei Privatleuten abgeholt als auch bei Geschäften oder Restaurants. Die melden sich ebenfalls an. In Wolfsburg machen unter anderem das „Lido“ im Hallenbad und der Bioladen „Sonnenschein“ von Julia Mondry mit. Die Geschäftsfrau, die das Wegwerfen schon immer vermieden hat, ist begeistert: „Eine supertolle Sache! Das erspart uns viel Arbeit und manches landet dann vielleicht nicht im Hühnereimer“, sagt Mondry.

Einiges wird wohl im Jugendzentrum Ost landen: Dort durften die Foodsaver einen Kühlschrank und ein Regal zur kurzfristigen Lagerung aufstellen, den „Fair-Teiler“. Und dort gibt es eine Biotonne – denn wenn die Retter feststellen, dass Waren (mittlerweile) schon verdorben sind, werden sie natürlich doch entsorgt. Das aber sollte die absolute Ausnahme bleiben.

Die zentrale Organisation und Kommunikation läuft über einen Verein, der vor fünf Jahren gegründet wurde und mittlerweile in Deutschland und Österreich aktiv ist. In Wolfsburg geht es gerade erst los. „Wir hatten in zwei Monaten 18 Einsätze und konnten 61 Kilo Lebensmittel retten“, berichtet Ricarda Fritzsche.

Von Andrea Müller-Kudelka

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