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Stadt Wolfsburg Margrit Kwiatkowski erzählt von Krieg, Kino und VfL
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Margrit Kwiatkowski erzählt von Krieg, Kino und VfL
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08:00 25.06.2018
80 Jahre Wolfsburg: Margrit Kwiatkowski und ihre Familie sind Teil der Stadtgeschichte. Viele Dokumente erbte sie von ihrem Vater Karl Kuhfuß, der das Volkswagenwerk mit aufgebaut hat. Quelle: Sebastian Bisch
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Westhagen

Das Volkswagenwerk und der VfL prägen nicht nur die Stadtgeschichte, sie prägten auch das Leben von Margrit Kwiatkowski aus Westhagen, die Mitte Februar ihren 80. Geburtstag feierte.

Geboren wurde sie als Margrit Kuhfuß in Wittingen, doch schon 1941 zog die Familie nach Warmenau. Ihr Vater, Karl Kuhfuß, baute als Polier und Zimmermeister unter Robert Otto das Werk mit auf. „Wenn Fliegeralarm war, wurden zwischen Warmenau und Brackstedt die Nebeltonnen aufgestellt“, erinnert sie sich an den Krieg. Die größte Zerstörung im Werk habe es gegeben, als ein Flugzeug auf dem Weg nach Berlin über dem getarnten Gebiet abstürzte. Es soll von einer Flak auf dem Hageberg abgeschossen worden sein.

Das historische Foto zeigt das zerstörte VW-Werk in den 1940er Jahren. Laut Margrit Kwiatkowski war ein abgeschossenes Flugzeug auf die Fertigungshallen gestürzt. Quelle: Repro Sebastian Bisch

1953 zog die Familie auf den Laagberg. „Ein halbes Jahr lang haben wir in den Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers gewohnt, bevor unser Haus auf dem Hageberg fertig war“, erzählt sie. Die vorher spartanischen Unterkünfte müssen dafür extra umgebaut worden sein, denn es gab Küche, Wohn- und Schlafzimmer. „Ein Eingang war für zwei Familien“, berichtet sie. Von Januar 1954 bis zu ihrer Hochzeit 1975 wohnte sie im Eigenheim am Sandweg, heute Erikaweg. Dann zog sie nach Westhagen, in den Dresdener Ring 1. „Die ungeraden Zahlen wurden zuerst gebaut. Von den geraden später nur noch die Zwei und die Vier.“

Zuhause in Westhagen: Alte Fotos und zwei Mitarbeiter-Journale, die ihr Vater aufgehoben hatte, gehören zum Fundus der 80-jährigen Wolfsburgerin Margrit Kwiatkowski. Quelle: Sebastian Bisch

Ihren ersten Arbeitstag bei Volkswagen wird sie nie vergessen – und ganz Wolfsburg auch nicht, denn: „Es war der Tag, an dem der Millionste Käfer vom Band lief. Ein Freitag – der 5. August 1955“, sagt die Rentnerin. Sie arbeitete in der Galvanik (Metalloberflächenveredelung). „Ich habe in Halle 3 Kleinteile für die Drehfenster gekettelt“, sagt sie und erklärt, dass die verchromten Teile in Gestellen an Ketten befestigt wurden, um dann transportiert und verbaut zu werden. Erst als sie 1968 Vertrauensfrau wurde, wechselte sie den Arbeitsplatz. „Da habe ich dann Karmann-Teile verpackt – dafür brauchte ich keine Ablösung“, erläutert sie. Denn auch wenn Betriebsratsarbeit anlag, durften die Bänder nicht stillstehen.

Treffpunkt Eckkneipe: Neben ihrer regulären Arbeit half Margrit Kuhfuß (r.) manchmal auch in der Gaststätte Wittinger Eck von Kurt Bär aus. Quelle: Repro Sebastian Bisch

Nach der Spätschicht trafen sich Männer und Frauen in Kneipen oder Kinos. „Das schönste war das Viktoria gegenüber der Appelchaussee – wo jetzt der Rewe drin ist“, erinnert sich die 80-Jährige. „Da gab es eine große Glasveranda und Gummibäume.“ Ihren Ehemann lernte sie bei Festen mit Freunden kennen. Sie heiratete spät – erst 1975. „Vorher musste ich doch meinem Vater helfen“, sagt sie, denn die acht Jahre jüngere Schwester wurde nach dem Tod der Mutter 1963 zur Halbwaise.

Margrit Kwiatkowski erlebte wegweisenden Projekte und Entwicklungen in Wolfsburg mit. Viele Dokumente und Fotos legen davon Zeugnis ab – sie hat sie aufbewahrt.

Ihr späterer Mann Bernhard Kwiatkowski war in den 1950er Jahren so etwas wie ein Fußballstar: Er gehörte zur „Schalke-Familie“ – sieben Kicker aus dem Pott, die der VfL kurz nach seiner Gründung nach Wolfsburg holte. „Mein Schwager Heinrich stand 1954 beim 8:3 von Ungarn gegen Deutschland in Bern im Tor“, erzählt die Witwe.

Und sie hat auch Anekdoten aus Wolfsburg auf Lager. „Vereinsarzt Willi Wolf hatte als einziger ein Auto. Wenn der VfL unterwegs war, quetschten sich alle elf in den Käfer.“ Dr. Wolf habe sie übrigens schon als Kind gekannt: „Er kam immer nach Warmenau zum Milchholen.“

Alle Artikel dieser Serie finden Sie auf unserer Themenseite unter www.waz-online.de.

Von Andrea Müller-Kudelka

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