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Stadt zahlt nicht mehr: Rollstuhlfahrer musste in ein Wohnmobil ziehen

Wolfsburg Stadt zahlt nicht mehr: Rollstuhlfahrer musste in ein Wohnmobil ziehen

Berthold Kerschke sitzt seit einem Arbeitsunfall 1986 im Rollstuhl - und wurde jetzt auch noch obdachlos. Grund ist ein Streit mit dem Sozialamt: Die Stadt Wolfsburg hatte dem Schwerbehinderten die Grundsicherung gestrichen, daraufhin erhielt er die Kündigung von seiner Vermieterin und lebt jetzt in einem Wohnmobil.

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Obdachlos, weil ihm das Sozialamt kein Geld mehr zahlte: Rollstuhlfahrer Berthold Kerschke lebte im Wohnmobil.

Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Auch das Wohnmobil gehört der Vermieterin, die gleichzeitig seine Pflegerin ist. Das Sozialamt glaubt, dass es sich um die Lebensgefährtin des 58-Jährigen handelt. Kerschke bestreitet das. „Wir kennen uns seit Jahren und sind Freunde, aber sie hat einen anderen festen Partner“, versichert er. Rechtlich gesehen habe man alles getrennt. Es gibt einen Mietvertrag, eine Nutzungsvereinbarung für das Wohnmobil und die Pflegerin ist seine gesetzliche Vertreterin, die auch Bankgeschäfte erledigt.

Kerschke bewohnte zwei Zimmer mit Bad. Eines nutzte er für Gäste, das andere für sich und seine zwei Papageien - allerdings stand dort auch ein zweites Bett, weil er häufig nachts Hilfe braucht. Ein Grund: Der 58-Jährige weigert sich, einen Dauerkatheder legen zu lassen: „Ich habe schlechte Erfahrungen mit Entzündungen gemacht.“

Kerschke schaltete einen Rechtsanwalt ein. „Die dürfen meine Pflegerin für ihre Gutmütigkeit nicht bestrafen und sie zwingen, auf Miete zu verzichten“, meint er. Es gehe um rund 500 Euro. Ein Heimplatz wäre viel teurer, aber das käme sowieso nicht in Frage: „Ich will selbstbestimmt leben!“

Einen ersten Erfolg für Kerschke gab es am Donnerstag: Das Sozialgericht in Braunschweig verfügte, dass die Stadt die Grundsicherung ab sofort wieder zahlen muss.

Die Stadt wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

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