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Stadt Wolfsburg Stadt wollte Inschrift von Gedenkstätte entfernen lassen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Stadt wollte Inschrift von Gedenkstätte entfernen lassen
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11:00 05.01.2018
Stadtgeschichte lebendig machen: Historiker Dr. Alexander Kraus hat sich mit der Gedenkstätte an der Werderstraße befasst.   Quelle: Gero Gerewitz
Wolfsburg

 1957 sollte die Inschrift an der Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft an der Werderstraße klammheimlich geändert werden, da der damalige Oberstadtdirektor eine Schändung befürchtet hatte. An diesen Vorgang erinnert das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) mit der Archivalie des Monats für den vergangenen Dezember.

„Ewiges Andenken an zu Tode gequälte sowjetische Bürger“

An dem 1947 von der sowjetischen Militärregierung zum Gedenken an sowjetische Kriegsgefangene errichteten Denkmal stehen in kyrillischer Schrift jene Sätze, die ins Deutsche übersetzt lauten: „Ewiges Andenken den zu Tode gequälten sowjetischen Bürgern in der Gefangenschaft des deutschen Faschismus. Die Heimat vergisst Euch Kämpfer der Roten Armee 1941 bis 1945 nicht.“

1957 äußerte ein Bürger bei der Polizei die Befürchtung, jene Gedenktafel könne bekannt werden und zu einer Unruhe in der Bevölkerung führen. Das geht aus Akten hervor, die IZS-Historiker Dr. Alexander Kraus ausgewertet hat.

Auf den Spuren der Geschichte: Alte Fotos zeigen, dass die Gedenkstätte über die Jahrzehnte weitgehend unverändert geblieben ist. Quelle: Gero Gerewitz

In einem Brief an den damaligen Regierungspräsidenten äußerte der einstige Stadtdirektor Dr. Wolfgang Hesse laut Kraus die indirekte Befürchtung einer Schändung des Denkmals. „Mein Vorschlag wäre, die Gedenktafel, dessen Text wir bisher tatsächlich nicht kannten, lautlos und fachgerecht entfernen zu lassen und die Tafel dann sachgerecht im Depot der Stadt zu lagern“, heißt es in dem Brief von Hesse weiter.

„Heimlich, still und leise sollte wegen einer vermeintlich beleidigenden Inschrift, die letztlich lediglich eindeutig benannte, was sich in der ‚Stadt des KdF-Wagens’ ereignet hatte, in das bestehende Denkmal eingegriffen werden“, resümiert Dr. Alexander Kraus.

Zu einer solchen handfesten Ableugnung von Geschichte kam es dann allerdings nicht.

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