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Stadt will für Steinschlagschäden nicht zahlen

Wolfsburg Stadt will für Steinschlagschäden nicht zahlen

Lackschäden am Auto sind ärgerlich und teuer. Gut, wenn man den Verursacher kennt. Schlecht, wenn der den Schaden nicht begleichen will. So geht es Joel Körner, der sich sicher ist: Steinschlag eines städtischen Rasenmähers hat seinen Golf GTI verhunzt. Doch die Verwaltung lehnt jede Haftung ab.

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Bleibt womöglich auf seinem Schaden sitzen: Vermutlich durch Steinschlag eines städtischen Rasenmähers wurde der Golf von Joel Körner beschädigt.

Quelle: Manfred Hensel

Es war der 28. Juli 2015, Joel Körner war mit seinem Traum-GTI (Golf V, veredelt, tiefergelegt) auf der Braunschweiger Straße stadtauswärts unterwegs. Auf der großen Wiese an der Quelle in Höhe Rabenberg war das Grünflächenamt mit einem großen Aufsitzmäher am Werke. „Beim Vorbeifahren knallte es ein paar Mal laut“, erinnert sich der 22-Jährige.

Wenige hundert Meter weiter hielt er mit seinem Kumpel auf dem Beifahrersitz an einer Tankstelle an, besah sich die Bescherung: Winzige Schlaglöcher zogen sich über die gesamte Beifahrerseite. Körner fotografierte den Schaden, meldete ihn an die Stadt - und die weist alle Ansprüche als „unbegründet“ ab. Begründung: „Die zu mähende Fläche ist vor Durchführung der Arbeiten ordnungsgemäß abgesucht worden.“ Körner staunt nicht schlecht: „Die haben die komplette Wiese auf winzige Steinchen abgesucht?“

Dass das wenig glaubhaft klingt, nutzt dem 22-Jährigen bisher ebenso wenig wie sein Beifahrer als Zeuge und die Einschaltung von Anwalt Michael Krüger. Der sagt: „Es ist besonders ärgerlich, dass die Stadt alles kategorisch zurück weist, ohne sich inhaltlich mit unserer Argumentation auseinander zu setzen.“ Die Chancen einer Klage stünden nicht schlecht, allein: Joel Körner hat keine Rechtsschutzversicherung. Schon die 500 Euro für ein Gutachten, das den Schaden auf 2800 Euro beziffert, musste er selbst zahlen. Und darum hofft er, „dass die Stadt endlich einlenkt und ihren offensichtlichen Fehler eingesteht.“

fra

Lächerlich

ein Kommentar von Ulrich Franke

Wenn Sie sich strikt an die Straßenverkehrsordnung halten, müssen Sie die Beleuchtung an Ihrem Auto eigentlich vor jedem Fahrtantritt überprüfen. Das wissen Sie sicherlich. Und machen Sie das auch? Eben.

So ähnlich wird‘s wohl auch mit den Mähvorschriften der Stadt sein. Gut möglich, dass die Mitarbeiter „eigentlich“ verpflichtet sind, jede Wiese vor dem Mähen nach Steinen abzusuchen. Und glauben Sie, das passiert auch? Eben.

Ob die Schäden an Joel Körners GTI wirklich durch den städtischen Aufsitzmäher verursacht wurden, weiß ich natürlich nicht. Eins aber weiß ich ganz sicher: Das Argument, mit dem die Verwaltung jede Haftung ablehnt, grenzt schlicht ans Lächerliche.

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