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Stadt Wolfsburg Stadt will KZ-Überreste neben Lidl versetzen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Stadt will KZ-Überreste neben Lidl versetzen
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23:58 19.05.2017
Neuer Standort: Die Stadt will die Barackenfundamente des ehemaligen Außenlagers des KZ Neuengamme neben den Lidl-Parkplatz versetzen. Quelle: Boris Baschin
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Wolfsburg

Die beiden stellten das Vorhaben dem Ortsrat Mitte-West vor. Placenti-Grau hielt ein flammendes Plädoyer für die Auslagerung des historischen Fundes zwischen Schlesierweg und Breslauer Straße. Bei Vorarbeiten für ein neues Wohnbauprojekt samt Einkaufszentrum wurden die Überreste der Außenstelle des KZ Neuengamme freigelegt. „Das ist ein großartiger Fund. Wir haben gestaunt über den ungewöhnlich guten Erhaltungsgrad“, so Placenti-Grau. Auf dem Areal entstanden 1944 fünf Unterkunftsbaracken für Häftlinge. In den Zellen, 4,40 mal 11,80 Meter groß, lebten bis zu 26 Menschen.

Ziel ist es, diese Grundmauern zu bergen und nicht unweit vom eigentlichen Fundort, nämlich auf der Wiese neben dem Lidl-Parkplatz, zu versetzen. Dort sollen die Überreste „frei zugänglich und erlebbar“ gemacht werden. Allerdings müssen die über 70 Jahre alten Mauern besonders behandelt werden. Denkmalschützer Daniel Pollok: „Die Fundamente dürfen nicht direktem Sonnenlicht, Frost oder Regen ausgesetzt werden.“ Im Klartext: Es muss eine museale Einrichtung entstehen. Geborgen werden sollen nur die Teile der Fundamente, die besonders gut erhalten sind. Der Rest wird zugeschüttet und überbaut, später soll aber eine Hinweistafel auf das KZ hinweisen.

Der ehemalige VW-Chefhistoriker Manfred Grieger kritisierte die geplante Verlegung allerdings und löste damit eine Diskussion aus (WAZ berichtete). Einen Tatort könne man schließlich auch nicht einfach so woanders hin verlegen, argumentierte er. Placenti-Grau hält dagegen: „Solch ein Vorgehen ist nicht ungewöhnlich und wird auch von der Gedenkstätte Neuengamme unterstützt.“

Die Fraktion Linke und Piraten hatte übrigens auch einen Antrag gestellt, dass die Verwaltung ein Konzept für eine KZ-Erinnerungsstätte entwickeln möge. Dieser ist jetzt vom Ortsrat einstimmig angenommen worden.

Auf Begeisterung stoßen die Pläne von Investor Harald Vespermann. Auf dem Gelände der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in der Beuthener Straße will er vier Wohnhäuser errichten, teils staatlich gefördert im Rahmen von sozialem Wohnungsbau.

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