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Staatsanwalt: So starb der VW-Manager

Landgericht Staatsanwalt: So starb der VW-Manager

So schildert Staatsanwalt Martin Siepermann die mutmaßlichen Geschehnisse, die zum Tod des VW-Managers auf dem OP-Tisch führten.

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Landgericht: Hier läuft der Prozess gegen den Wolfsburger Urologen.

Quelle: dpa

Wolfsburg. Der 53-Jährige soll sich im Sommer 2008 wegen „Flankenbeschwerden“ zunächst zum Werksarzt begeben haben, dieser habe ihm den Rat gegeben, einen Urologen aufzusuchen. Der Wolfsburger Mediziner habe dann Nierensteine diagnostiziert – Sachverständige bestätigten im Verlauf des Gerichtsprozesses, dass die Röntgenbilder keine Nierensteine gezeigt hätten. Siepermann wörtlich: „Ich habe das Gefühl, dass der Angeklagte 2008, weil es ihm finanziell nicht gut ging, praktisch jeden Patienten belogen und betrogen hat.“

Dem späteren Opfer habe er quasi noch weitere Eingriffe aufgeschwatzt. Nach Ansicht des Staatsanwalts habe es sich durch die Bank um altersbedingte Zipperlein gehandelt, die man nicht zwangsweise hätte behandeln müssen.

Doch es kam anders. Zunächst hatte schon die angebliche Nierensteinzertrümmerung stattgefunden. Im Oktober 2008 dann lag der Chefdesigner Interieur bei Volkswagen, ein enger Mitarbeiter von VW-Chefdesigner Klaus Bischoff, wieder auf dem OP-Tisch. Unter Vollnarkose sollten Blasenspiegelung und Harnröhrenerweiterung erfolgen.

Für die Narkose war ein Anästhesist aus einer benachbarten Praxis zuständig. Er war zunächst ebenfalls angeklagt, wegen einer familiären Tragödie wurde das Verfahren gegen den 54-jährigen jetzt gegen Geldauflage eingestellt. Der Anästhesist hatte eingestanden, den Patienten während des Eingriffs nicht durchgehend beaufsichtigt zu haben. Als der 53-Jährige während der OP wach wurde, hat der Urologe nach Überzeugung des Staatsanwalts eigenständig das Narkosemittel Propofol gespritzt. Dies ahnte der Anästhesist nicht, als er kurz darauf eine weitere Dosis nachspritzte – der Patient starb an Atemstillstand.

Angeklagt ist der Urologe auch wegen Betrugs: Nach dem Tod seines Patienten hatte er der Witwe die durchgeführten Maßnahmen in Rechnung gestellt.

Von Kevin Nobs

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