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Spürbare Ergriffenheit im Publikum

Wolfsburg Spürbare Ergriffenheit im Publikum

Alt-Wolfsburg. Ein literarisches Konzert fand jetzt in der Kirche St. Marien am Schloss statt. Im Mittelpunkt stand das Thema Alzheimer. Es wurden Zitate der ersten Alzheimer-Patientin Auguste D. vorgetragen, unterlegt von Klavier-Musik. Am Ende gab es viel Applaus für die beiden Künstlerinnen.

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St.-Marien-Kirche: Literarisches Konzert im Rahmen des Welt-Alzheimer-Tags.

Quelle: Britta Schulze

„Wie heißen Sie?“ - „Auguste.“ - „Fami­lien­­name?“ - „Auguste.“ - „Wie heißt Ihr Mann?“ - „Ich glaube Auguste.“ - „Sind Sie ver­heiratet?“ - „Ach, ich bin doch so ver­wirrt“. Mit den ersten Aufzeichnungen eines Gesprächs zwischen dem Psychiater Alois Alzheimer und seiner Patientin Auguste D. beginnt ein neues Kapitel der Medizin­geschichte. Alzheimer dokumentiert erst­malig die Symptome einer Krankheit, die 1910 nach seinem Namen benannt wurde.

Eingebettet in die diesjährige Demenz-Woche war am Mittwoch der erste Welt-Alz­hei­mertag. Anlass genug für die Kulturkir­che St. Marien, sich mit einem literarischen Konzert der Thematik zu nähern. Pastorin Uta Heine dankte den beiden Unterstützerinnen Christine Köhler-Riebau sowie Manuela Patrizny vom Paritätischen und begrüßte die beiden Künstlerin­nen Claudia Schaare (Pianistin) und Andrea Freistein-Schade (Rezitatorin).

Unter dem Titel „Die Reise der Auguste D.“ hat Literaturwissenschaftlerin Freistein-Schade nach Alzheimers Akten den Versuch unternommen, sich in die Gefühlswelt der Auguste zu versetzen, die mehrfach ihrem Arzt antwortet: „Ich habe mich sozusagen selbst verloren.“ Die fiktive Aus­ein­ander­setzung zwischen Alois und seiner Patientin nähert sich in tief beeindruckender Weise den bis heute ungelösten Rätseln der Krankheit.

Unterstützt vom hervorragenden Spiel der Pianistin illustriert Klaviermusik von Schumann bis Schön­berg nicht nur die damalige Zeit, sondern weist auch darauf hin, dass in der unter „Alzheimer“ benann­ten Krankheit die Musik eine unglaublich positive Wirkung hat. So gibt es Patienten, die krankheits­bedingt die Sprache verloren haben, aber klar und deutlich mitsingen kön­nen, wenn ihnen bekannte Musik erklingt.

Spürbare Ergriffenheit der altersge­misch­ten Kirchenbesucher löst sich im zögerlich einsetzenden, aber lang­anhal­ten­den Beifall und ist Dank für die künst­­lerische Leistung.

kem

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