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Sprengsatz oder Altmetall? Bombenverdacht bei VW

Wolfsburg-Sandkamp Sprengsatz oder Altmetall? Bombenverdacht bei VW

Sandkamp.  Schon wieder Bombenverdacht in Wolfsburg, diesmal erneut auf dem Werksgelände. Am Freitag, 8. Juli, werden Experten anrücken, um vier verdächtige Punkte rund um die Nordstraße und an Halle 12 zu untersuchen. Falls der Ernstfall eintritt, wird ganz Sandkamp am Sonntag, 10. Juli, evakuiert.

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Bombe oder nicht? Der Kampfmittelräumdienst prüft im VW-Werk vier Punkte – eine Evakuierung von Sandkamp in Planung.

Quelle: Archiv

„Das ist ein Szenario, das uns nicht ganz unbekannt ist. Es passiert ja mittlerweile fast jährlich“, sagt Michael Sothmann (Bürgerdienste). Gemeinsam mit Manuel Stanke (Brand- und Katastrophenschutz) und Andreas Bauer (Ordnungsamt) erläuterte er heute das Vorgehen im Ernstfall.

Ende vergangener Woche hatte die Verwaltung von Volkswagen erfahren, dass im Rahmen von Sondierungen für bevorstehende Baumaßnahmen vier Verdachtspunkte gefunden wurden. „Bei diesen Untersuchungen werden Metalldetektoren eingesetzt“, erläutert Sothmann. An zwei Stellen an der Nordstraße, einer unter dem Gleisbett des Güterverkehrszentrums und einer im Umfeld von Halle 12 gibt‘s Klärungsbedarf.

Ob es sich bei den Funden um harmloses Altmetall, Granaten oder tonnenschwere Fliegerbomben handelt, werden Fachleute des Kampfmittelräumdienstes untersuchen. „Bis Freitagabend sollte das Ergebnis feststehen“, so Sothmann. Ob vor Ort entschärft oder der Sprengstoff abtransportiert und kontrolliert gezündet wird, entscheidet sich erst dann. Im Ernstfall wird im Radius von 1000 Metern evakuiert. Mittellandkanal und A39 liegen im Randbereich, sie bleiben aber frei.

Sothmann: „Und am Sonntagabend können wir alle hoffentlich in jedem Fall das Endspiel der Fußball-EM sehen.“

Möglicherweise ist in Sandkamp eine Evakuierung nötig, wenn im Verdachtsbereich (rote Kreisflächen) eine Bombe liegt.

WAZ-Info: Bombenverdacht

Wie gefährlich sind alte Fliegerbomben?
Viele Sprengkörper ruhen seit Jahrzehnten im Boden. Es besteht laut Experten keine unmittelbare Gefahr. Weil bei den im Werksurlaub laufenden Bauarbeiten bei VW aber Boden im Umfeld der verdächtigen Metallgegenstände bewegt wird, muss man sicherstellen, dass es sich nicht um Bomben oder Granaten handelt, deren Zünder aktiviert werden könnte.

Was passiert im Ernstfall?
Sollten die Experten am Freitag, 8. Juli, einen Bombenfund bestätigen, wird die Stadtverwaltung über Zeitungen, Radio und Internet informieren. Dann läuft am Sonntag, 10. Juli, um 10 Uhr die Evakuierung von Sandkamp an. Die Leitzentrale befindet sich im Rathaus, ein Auffanglager mit Verpflegung für Evakuierte wird im Forum Autovision eingerichtet. Dort werden vom DRK auch Vorkehrungen für Bettlägerige oder Kinder getroffen.

Was können oder müssen Betroffene jetzt schon tun?
Die Verwaltung rät allen Sandkämpern für Sonntag,  10. Juli, Ausflüge oder Besuche bei Verwandten zu planen. Wer nicht selbst zum Auffanglager kommen kann, sondern Hilfe beim Transport braucht, sollte das bis Freitag, 8. Juli, 18 Uhr, vorsorglich bekannt geben. Anmeldungen und Anfragen werden unter Telefonnummer 115 entgegen genommen.

Welche Organisationen sind beteiligt?
Vertreter von DRK, Maltesern, THW, Ordnungsdienst und Feuerwehr trafen sich heute zu einer ersten Lagebesprechung. Welche Ortsvereine im Fall der Evakuierung eingebunden werden, entscheidet sich diese Woche.

Keine Panik

ein Kommentar von Andrea Müller-Kudelka

Das Bombenräum-Kommando in Wolfsburg hat schon Routine. Von Panik beim Pressegespräch im Rathaus keine Spur. Im Gegenteil: Fred Bärbock als Vertreter von Volkswagen war „beeindruckt von der Professionalität“ der Vorbereitungen.

Auch die Bürger, die wegen der Nähe zum VW-Werk schon oft betroffen waren, dürften das Prozedere kennen – und einige werden wahrscheinlich stöhnen.

Aber sie wissen auch: Sicherheit geht vor. Verwaltung, Katastrophenschutz, die Experten des Kampfmittelräumdienstes und ehrenamtliche Helfer werden wie gewohnt alles tun, damit die Sache ohne Schaden für Personen oder Gegenstände über die Bühne geht. Sogar ein TV-Gerät will die Stadt im Forum Autovision aufstellen, falls bis zum Anpfiff des EM-Endspiels noch keine Entwarnung gegeben werden kann.

Vielleicht gibt‘s so doch eine Art Public Viewing – wenn auch nur für Sandkämper.

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