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Sondersitzung des VW-Aufsichtsrates

Kontrollgremium beschäftigt sich mit Vorwürfen Sondersitzung des VW-Aufsichtsrates

Haben die deutschen Autobauer jahrzehntelang heimlich Absprachen getroffen? Die Börse nimmt den Kartellverdacht ernst, die Kurse sinken. Der Branchenriese VW trommelt jetzt erstmal seinen Aufsichtsrat zusammen.

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Volkswagen-Markenhochhaus: Am Mittwoch trifft sich der Aufsichtsrat des Konzerns zu einer Sondersitzung.

Quelle: Foto: Britta Schulze

Wolfsburg. Die deutschen Autokonzerne hüllen sich nach dem Vorwurf eines möglichen Autokartells weiterhin in Schweigen. Volkswagen ruft seine Aufsichtsräte aber zu einer Sondersitzung am Mittwoch zusammen.

Wie ein Sprecher von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch erklärte, hat Pötsch vor dem Hintergrund der aktuellen Lage kurzfristig zu einer außerordentlichen Sitzung des Kontrollgremiums eingeladen. Diese sei für Mittwoch angesetzt. Dem Vernehmen nach soll es am Mittwochnachmittag um die Kartellvorwürfe gehen.

Das Bundeskartellamt erklärte, es führe kein Verfahren, aber es lägen „Informationen“ zu möglichen Absprachen im technischen Bereich vor. Auch die EU-Kommission habe Einblick. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Berlin wird die EU-Kommission die Federführung bei der Aufklärungsarbeit übernehmen.

Die Autobranche steht bereits wegen der Abgasaffäre und zu hoher Diesel-Emissionen unter Druck - bei den nun in Rede stehenden Kartellverstößen könnten ihnen Milliardenstrafen drohen. Das belastete die Aktienkurse: VW, Daimler und BMW verloren am Montag zwischen drei und vier Prozent – noch mehr als nach Veröffentlichung der Vorwürfe am Freitag.

Der „Spiegel“ hatte über ein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Kartell deutscher Autobauer berichtet. Vertreter von VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler hätten sich seit den 1990er Jahren über ihre Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer und auch die Reinigung von Diesel-Abgasen abgesprochen. Danach sollen sich die Hersteller auch verständigt haben, kleinere, billigere Tanks für Harnstoff (AdBlue) einzubauen, der gefährliche Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufspaltet. Vor einem Jahr sollen der Volkswagen-Konzern und Daimler Selbstanzeigen bei den Wettbewerbsbehörden erstattet haben.

Das Bundeskartellamt hatte just vor einem Jahr mehrere Autohersteller und Zulieferer wegen möglicher Absprachen beim Einkauf von Stahl durchsucht. Hierzu laufe ein Verfahren, teilte das Kartellamt mit.

Von dpa

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