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Stadt Wolfsburg Sexuelle Belästigung: Gericht verurteilt Asylbewerber zu Geldstrafe
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Sexuelle Belästigung: Gericht verurteilt Asylbewerber zu Geldstrafe
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20:00 01.10.2018
Sexuelle Belästigung am Hauptbahnhof: Ein Asylbewerber wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Für die sexuelle Belästigung einer Minderjährigen hat das Wolfsburger Amtsgericht am Montag einen 27 Jahre alten Asylbewerber aus Mali zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Der Angeklagte soll im vergangenen April eine 16-Jährige am Hauptbahnhof gegen eine Wand gedrückt und ihr an die Brüste gefasst haben – und war damit nicht zum ersten Mal durch übergriffiges Verhalten mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Der Diebstahl einer Unterhose in einem Modegeschäft, der am Montag ebenfalls angeklagt war, fiel bei der Strafe kaum noch ins Gewicht.

Der 27-Jährige bestritt den Vorwurf der sexuellen Belästigung. Ja, er sei am fraglichen Tag am Hauptbahnhof gewesen, räumte er über seine Dolmetscherin ein. Auch an die Angeklagte konnte er sich erinnern. „Aber ich habe sie nicht angefasst“, so der Asylbewerber.

Für die Richterin und den Staatsanwalt gab es allerdings keinen Grund, an der Aussage des Opfers zu zweifeln – zumal dessen Schilderung durch vier Zeuginnen bestätigt wurde. An dem Samstagabend im April sei sie nach einem Besuch auf dem Rummel in Braunschweig gegen Mitternacht am Wolfsburger Hauptbahnhof angekommen, erklärte die 16-Jährige. Während ihre Freunde im Gebäude warteten, sei sie zum Telefonieren nach draußen gegangen. Dort sei der Angeklagte auf sie zugekommen, habe sie gegen eine Wand gedrückt, im Brustbereich angefasst und anzügliche Bemerkungen gemacht. „Ich habe Angst bekommen, deshalb habe ich geschrien“, sagte die Wolfsburgerin.

Drei Frauen kamen dem Opfer zur Hilfe

Drei unbeteiligte junge Frauen (22/25/27), die auf dem Parkplatz neben dem Cinemaxx standen und das Geschehen auf dem Bahnhofsvorplatz beobachteten, kamen der 16-Jährigen zu Hilfe. „Das ist vorbildlich, dass sie eingeschritten sind“, lobte die Richterin die Zeuginnen.

100 Tagessätze zu 15 Euro

Der Mann aus Mali war bereits mehrfach vorbestraft: wegen einer Körperverletzung und einer sexuellen Belästigung. In letzterem Fall stand der Angeklagte nur zwei Tage nach dem neuen Vorfall im April vor Gericht, „was besonders erschwerend ist“, wie die Richterin betonte. Sie überstieg in ihrem Urteil (100 Tagessätze zu jeweils 15 Euro) noch einmal deutlich den Antrag des Staatsanwalts (70 Tagessätze zu jeweils 15 Euro). Daraufhin wirkte der Asylbewerber, der monatlich 325 Euro vom Amt bekommt, tatsächlich einigermaßen geknickt.

Von Florian Heintz

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