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Selbsthilfegruppe für Messies

Wolfsburg Selbsthilfegruppe für Messies

Wolfsburg. Mit Vorurteilen gegenüber Messies will Axel Pieper von der Kontaktstelle für Selbsthilfe (KISS) in Wolfsburg aufräumen. Dort hat sich eine neue Selbsthilfegruppe gebildet. Das Messie-Syndrom gehört zu den Zwangsstörungen und kann unterschiedlichste Auswirkungen haben.

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Achtung: Mann im Vordergrund zusätzlich pixeln!, Wolfsburg, Messies, Paritätischer, Axel Pieper im Gespräch mit einem Betroffenen, Foto: Andrea Müller-Kudelka

Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Eine vermüllte Wohnung, oft in wenig seriösen TV-Reportagen zur Schau gestellt, ist nur ein Symptom. „Es ist Chaos im Kopf“, sagt Pieper. Er ärgert sich, weil sich aus seiner Sicht zu wenige Therapeuten intensiv damit beschäftigt haben. Therapie sei eine wichtige Hilfe neben der Gruppe, die durch Austausch das Selbstbewusstsein stärkt.

Trennungsangst sei bei ihnen der Hauptgrund für die Probleme, erzählen übereinstimmend zwei Mitglieder, die anonym bleiben wollen. Ihre Namen wurden geändert. Tim (44) erzählt von einem Trauma: Als Kleinkind habe ihn der Nachbarsjunge für Stunden im Keller eingeschlossen, sein Urvertrauen zerstört. „Ich habe Jahre gebraucht, um zu meinen Eltern wieder ein Verhältnis aufzubauen. Sie haben viel Verständnis für mich“, sagt er.

Stefan (59) kennt das: „Wenn man keine Beziehung zu Menschen hat, klammert man sich an Dinge.“ Piper bestätigt: „Das gibt ein Gefühl der Sicherheit.“ Was bei einem Menschen als Sammelleidenschaft geduldet oder sogar bewundert wird, entwickelt sich bei anderen zum Problem. „Der Übergang ist fließend“, sagt Pieper.

Die Selbsthilfegruppe trifft sich an jedem dritten Montag im Monat um 18 Uhr in der Saarstraße 10 a. Infos gibt es bei Axel Pieper unter Tel 05361/295050. Eine Info-Veranstaltung mit Marianne Bönigk-Schulz vom Förderverein zur Erforschung des Messie-Syndroms ist geplant.

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