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Sehbehinderte: Klebefolie an Bussen erschwert Sicht

Wolfsburg Sehbehinderte: Klebefolie an Bussen erschwert Sicht

Wolfsburg. Busse, die mit Werbung vollgekleistert sind: An dieses Bild haben sich die meisten Wolfsburger längst gewöhnt. Ältere und sehbehinderte Busnutzer hingegen beklagen eine unnötige und gefährliche Einschränkung ihres Sichtfeldes.

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Diskussion um Werbefolien: Wolfsburgs Behindertenbeirat kritisiert, dass Sehbehinderten in den betroffenen VWG-Bussen die Sicht nach draußen erschwert wird.

Quelle: Britta Schulze

„Diese Diskussion beschäftigt uns jetzt seit zehn Jahren“, gibt WVG-Chef Timo Kaupert zu. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Beim jüngsten Fahrgastgespräch der Wolfsburger Verkehrs GmbH sprach BUND-Verkehrsexperte Theodor Diercks das Thema zum wiederholten Male an: „Sehbehinderte können nicht oder nur sehr schwer durch die Werbefolie gucken. Sie wissen oft gar nicht, wo sie sind und wann sie aussteigen müssen.“ Das wollte Kaupert so nicht stehen lassen und zeigte der WAZ einen komplett mit Werbefolie beklebten Gelenkbus. Das Ergebnis ist verblüffend: Von außen kann man nicht oder kaum in den Bus hinein schauen. Aber von innen ist die Folie so perforiert, dass man gut nach draußen gucken kann. „Wir hatten ein Fahrzeug, das so schlecht verklebt war, dass man alles vernebelt wahrgenommen hat“, gibt Kaupert zu. „Aber da wurde nachgebessert. Es gibt Standards - und die halten wir ein.“ Dazu gehöre natürlich auch, dass das Sichtfeld des Busfahrers nicht eingeschränkt werden dürfe. „Deshalb bleiben die vorderen Fenster folienfrei“, so Kaupert. Außerdem werde in jedem WVG-Bus die nächste Haltestelle vom Busfahrer durchgesagt. Alles gut also?

„Nein“, sagt Norbert Meyer, Vorsitzender des Wolfsburger Behindertenbeirates. „Viele Sehbehinderte und ältere Menschen orientieren sich während der Fahrt an Bushaltestellen. In der Dämmerung sind die aber durch Folie kaum zu erkennen.“ Hinzu komme, dass in vollen Bussen ein gewisser Lärmpegel herrsche - „dann hört man auch die Durchsagen nicht mehr.“ Er selbst kenne mehrere Fälle, in denen Senioren und Sehbehinderte orientierungslos geworden und falsch ausgestiegen seien. Seine Idee: „Warum schafft man in den Bussen keine bestimmten folienfreien Bereiche für Sehbehinderte und ältere Menschen?“ Auch Susanne Deimel, Behindertenbeauftragte der Stadt, betont. „Sehbehinderte Menschen haben nun mal ein ganz anderes Sichtfeld. Aber ich finde es gut, dass die WVG sich zu diesem Thema Gedanken macht.“ Sie will jetzt ein Treffen von WVG, Stadt und Behindertenbeirat organisieren, „um dieses Problem zu lösen".

bis

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