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Schülerin (19) zeigte ihren Lehrer an

Amtsgericht Schülerin (19) zeigte ihren Lehrer an

Die Anzeige bei der Polizei klang schlimm: Ein Lehrer vergreift sich an einer Schülerin, schleudert das Mädchen mit Wucht gegen einen Schrank. Ärger bekam aber nicht der Pädagoge, sondern das vermeintliche Opfer. Weil die ganze Geschichte erstunken und erlogen war, musste sich eine 19-Jährige jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

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Amtsgericht: Der Vorwurf einer Schülerin gegen ihren Lehrer war nur ausgedacht.

Quelle: Tim Schulze

Wolfsburg. Im Januar war die junge Frau zur Polizei gestiefelt und hatte dort ihren Lehrer angezeigt: Der habe sie in der Schulküche rüde am Handgelenk gepackt und schmerzhaft gegen einen Schrank geschleudert. Doch die Lüge fiel schnell wie ein Kartenhaus in sich zusammen – tatsächlich hatte der Lehrer die Schülerin lediglich zur Rede gestellt, nachdem sie den Unterricht einfach verlassen hatte. Und plötzlich fand sich die 19-Jährige selbst auf der Anklagebank wider; wegen falscher Verdächtigung, wie die Straftat offiziell heißt.

Was sie sich nur bei der falschen Anzeige gedacht habe, wollte die Jugendrichterin von der jungen Frau wissen, die mit hochrotem Kopf wie ein Häufchen Elend auf der Sünderbank saß. „Wir hatten uns da ziemlich in der Wolle“, berichtete die 19-Jährige mit stockender Stimme. Kaum mochte man glauben, was der Grund dafür war: „Ich wollte eine rauchen gehen und dabei mit dem Handy telefonieren. Dass man das nicht darf, finde ich doof“, ließ die junge Frau tief in ihre Seele blicken. Weil der Lehrer das nicht erlaubte, wollte sie ihm Ärger bereiten. „Stattdessen sitze ich jetzt hier und habe Ärger.“

Immerhin hat die 19-Jährige offenbar eingesehen, welchen Mist sie da gebaut hat: „Ich habe mich bei dem Lehrer lange entschuldigt.“ Das Gericht setzte noch ein Sahnehäubchen drauf: Zwölf Beratungsstunden bei Streetlife und 30 Stunden gemeinnützige Arbeit dürften der jungen Frau genügend Zeit geben, nochmal über die Sache nachzudenken.

Von Ulrich Franke

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