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Sally Perel: „Die Worte der Nazis waren so überzeugend“

Lesung vor 200 Zuhörern Sally Perel: „Die Worte der Nazis waren so überzeugend“

Er überlebte den Holocaust, weil er sich als Hitlerjunge ausgab. Dabei war Sally Perel kein Nazi, sondern Jude. Seine Geschichte schrieb Perel auf, sein Werk „Ich war Hitlerjunge Salomon“ wurde verfilmt. Jetzt war er in Wolfsburg zu Gast.

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Sally Perel: Ausverkaufte Lesung im Phaeno. Auch im Ratsgymnasium war der israelische Autor zu Gast.
 

Quelle: Gero Gerewitz

wolfsburg.  Mehr als 200 Zuhörer hingen am Freitagabend im ausverkauften Wissenschaftstheater dem „Hitlerjungen Salomon“ an den Lippen. Der Lions-Club Wolfsburg New Generation hatte zu der Veranstaltung mit Sally Perel eingeladen.

Der 92-jährige israelische Autor wirkte agil wie eh und je. Mit fester Stimme und viel Dynamik, betroffen machend und Humor versprühend, erzählte er aus seinem Leben und von seiner inneren Zerrissenheit, die er seit den schicksalhaften Tagen im Zweiten Weltkrieg nie habe ablegen können. „Die Worte der Nazis waren für junge Menschen so gut und überzeugend, dass ein Teil von mir tatsächlich zum Hitlerjungen wurde“, erklärte er. Diesen Teil sei er auch nie wieder wirklich losgeworden.

Auch die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und die schrecklichen Taten wird er nie loswerden. Seit er 1990 das Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ geschrieben hat, ist er unermüdlich unterwegs, um von seinen Erlebnissen zu berichten, um die Menschen zu warnen, damit es nie wieder zu einer solchen Diktatur kommen kann.

Sally Perel

Sally Perel: Vor rund 500 Schülern trat er auch in der Aula des Ratsgymnasiums auf.

Quelle: privat

„Wir können aus der Vergangenheit lernen und es besser machen“, sagte auch Club-Präsidentin Claudia Kayser während der Begrüßung und bedankte sich bei den Besuchern, die mit ihrem Geld für die Eintrittskarten eine weitere Veranstaltung im Ratsgymnasium ermöglicht hatte, bei der Sally Perel vor 500 Schülern der Jahrgänge 8 bis 12 sprechen konnte, die Zielgruppe, die Perel am dringlichsten erreichen will.

Auch nach dem Vortrag nahm sich der Autor noch viel Zeit für Fragen der Besucher und signierte im Anschluss seine Bücher.

Von Robert Stockkamp

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