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Salafisten immer jünger: Behörden setzen auf Netzwerke

Wolfsburg Salafisten immer jünger: Behörden setzen auf Netzwerke

Wolfsburg. „Salafismus als Jugendbewegung. Radikalisierung erkennen und vorbeugen“ lautete des Thema eines überregionalen Symposiums gestern im Wolfsburger CongressPark. Wichtigstes Ziel: Wie können junge Menschen vor einer möglichen Radikalisierung erkannt und aus der Szene geholt werden?

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Salafismus als Jugendbewegung: Zahlreiche Institutionen veranstalteten heute ein großes Symposium im Wolfsburger CongressPark.

Quelle: Roland Hermstein

Die Verknüpfung von Netzwerken jedweder Art sei ein entscheidender Schlüssel auf diesem Weg, betonten Vertreter der Ausrichter gestern gegenüber der Presse – Veranstalter der Tagung waren der Landespräventionsrat, das LKA, der Verfassungsschutz, die Beratungsstelle „beRATen e.V.“, Polizei und Stadt Wolfsburg.

Beim Thema Informationsgewinnung und Vernetzung sei Wolfsburg bereits gut aufgestellt, betonte Stadträtin Iris Bothe: „Beispielsweise mit der Dialogstelle Jugendschutz, die mit dem Verein beRATen vernetzt ist, und mit dem Projekt Streetlife.“ Eine wichtige Rolle bei der rechtzeitigen Erkennung salafistischer Tendenzen bei jungen Menschen komme Sozialarbeitern, aber auch Lehrern zu. Bothe: „Wir wollen Pädagogen ermutigen, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig Alarm zu schlagen aus falscher Angst um den Ruf einer Schule oder anderen Einrichtung.“

Andreas Schwegel (LKA) berichtete, den Behörden seien bis Herbst letzten Jahres 680 Ausreisen von Islamisten aus Deutschland zum IS bekannt gewesen. Seit Sommer 2014 seien die Ausreise-Zahlen zwar zurückgegangen, es habe sich aber eine neue Dynamik bei der Radikalisierung von Frauen und jungen Menschen ergeben. Birgit Honé (Staatssekretärin für Europa): „Und das ist ein europaweites Phänomen, das wir gemeinsam angehen müssen.“

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Das Interesse war groß: Rund 200 Teilnehmer kamen zur Salafismus-Symposium in den CongressPark.

„Wir müssen dieser Gruppe viele Angebote machen“

„Wolfsburg ist seit längerer Zeit ein Schwerpunkt salafistischer Aktivitäten und deshalb führen wir die Tagung über den Salafismus hier durch, um auch vorbeugend tätig zu werden“, betonte Maren Brandenburger, Präsidentin des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, gestern zu Beginn des Salafismus-Symposiums im CongressPark. Rund 200 Teilnehmer nahmen daran teil.

Stadträtin Iris Bothe sagte in ihrem Grußwort: „Trotz aller Anstrengungen ist Wolfsburg keine Insel mehr, an der der Extremismus vorbeizieht.“ Und Gunnar Czimczik von der kommunalen Jugendförderung ergänzte: „Dieses Thema stellt uns vor große Herausforderungen wie jede Radikalisierung von jungen Menschen“. Uwe Hortmeyer vom Stadtjugendring betonte: „Wir müssen diese Strömungen im Auge behalten und viele Angebote für diese Gruppe machen.“

Im Hauptvortrag zeichnete die Staatssekretärin in der niedersächsischen Staatskanzlei, Birgit Honé, ein Bild über die Situation in Europa und Niedersachsen, und Dr. Michael Kiefer von der Universität Osnabrück warb in seinem lebhaften und praxisnahen Vortrag für mehr vorbeugende Maßnahmen.

Verfassungschutz-Sprecher Frank Rasche zog ein positives Fazit: „Wir sind mit der Beteiligung sehr zufrieden. Es war eine informative Tagung.“ Auch Mohamed Ibrahim vom Islamischen Kulturzentrum fand die Tagung gut: „Es wurde klar gemacht, dass wir zur Bewältigung der Radikalisierung von jungen Menschen viele Akteure brauchen.“

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