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Ruhige Inszenierung: Der Milliardär und die Schriftstellerin

Wolfsburg Ruhige Inszenierung: Der Milliardär und die Schriftstellerin

Alfred Nobel und Bertha von Suttner: Der Kriegsgewinnler und die Friedenskämpferin, der Milliardär und die Schriftstellerin. Wie eng das Verhältnis der beiden war, ob es überhaupt eine viele Jahre dauernde Liebesbeziehung gab, sei dahingestellt. Erfolgsautorin Esther Vilar jedenfalls baute aus dem Stoff ein Schauspiel unter dem Titel „Mr. & Mrs. Nobel“, das am Freitagabend im Wolfsburger Theater aufgeführt wurde.

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Eine undurchsichtige Liebe: „Mr. & Mrs. Nobel“ war im Wolfsburger Theater zu sehen.

Quelle: Mike Vogelsang

Esther Vilar bringt Bertha von Suttner (1843 bis 1914) gleich zweifach auf die Bühne. Die reife Bertha bereitet ihre Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises 1905 an sie als erster Frau vor. Christiane Hammacher gibt sie als elegante, souveräne Dame (schöne Kostüme hat Anna Brandt entworfen), die sich auf ein kritisches Zwiegespräch mit ihrem jungen Ich einlässt und wohl im Nachhinein manche frühere Entscheidung bedauert.

Katharina Haindl überzeugt als junge Bertha, die in Paris eine Anstellung bei Alfred Nobel (1833 bis 1896) sucht, mit bodenständiger Frische, Energie und Charme. Dieser unkonventionellen Person traut man durchaus zu, den Chemiker und Dynamit-Erfinder zu überreden, sein riesiges Vermögen nach dem Tod in eine wohltätige Sache (den Nobel-Preis) zu investieren. Und sei es nur, um das schmutzige Geld reinzuwaschen.

Alfred Nobel selbst? Michael Roll zeichnet ihn in Werner Haindls ruhiger Inszenierung nachhaltig als Mann mit arroganten Macken, der in einem Holzsarg (unübersehbar im sparsamen Bühnenbild von Claudia Weinhart aufgestellt) mit Luftlöchern gern die Intelligenz seiner Besucher testet. Der seine Geliebte und spätere Ehefrau (Juliane Fechner als aufmüpfiges Dummchen) respektlos behandelt, während Julian Bayer den gräflichen Ehemann Berthas spielt, einst in großer Leidenschaft mit ihr verbunden, inzwischen in kühler Distanz zu ihr. Sebastian Sash als Butler füllt seinen fast stummen Part mit Mimik und Gestik rollengerecht aus.

km

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