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Stadt Wolfsburg Rollstuhlfahrer testet Busse in Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Rollstuhlfahrer testet Busse in Wolfsburg
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00:23 19.03.2018
Rollstuhl-Check: Detlef Huhnholt testete für die WAZ, wie barrierefrei das Busfahren in Wolfsburg ist,  Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

 Die Volkswagen-Stadt Wolfsburg schreibt „Mobilität“ ganz groß. Doch was ist mit denen, die nicht so mobil sind? Wie gut Rollstuhlfahrer mit dem ÖPNV in Wolfsburg von A nach B kommen, testete Detlef Huhnholt. Dritter im Bunde war Timo Kaupert, Geschäftsführer der Wolfsburger Verkehrsgesellschaft WVG.

„Meine Beine müssen ausgetreckt bleiben“

Wir treffen uns mit Detlef Huhnholt an der Bushaltestelle Bonhoefferstraße, vor seiner Haustür, in Detmerode. Der Busfahrer winkt dem Rollstuhlfahrer schon von weitem zu, signalisiert ihm: „Ich habe Sie gesehen.“ Kaum hält der Bus, kommt der Fahrer freundlich grüßend raus und klappt – per Hand – die Rampe zum Bordstein aus. Normaleweise muss er von außen einen Knopf drücken – dann weiß der Fahrer, dass jemand Hilfe beim Einsteigen braucht. Huhnholt rollt rückwärts in den Bus: „So kann ich besser manövrieren“, erklärt er. „Fahre ich vorwärts rein, wird’s schwieriger.“ Im Bus ist genug Platz für ihn, was keine Selbstverständlichkeit ist: „Meine Beine müssen ausgetreckt bleiben – das ergibt einen Platzbedarf von 1,50 Meter.“ In neueren Bussen, die im Bereich der Türen keine Bänke haben, kein Problem. „In älteren Busse wird es schon mal eng“, sagt der Detmeroder.

Im Bus braucht Detlef Huhnholt viel Platz für seine Beine. Quelle: Boris Baschin

Am Kaufhof auch. Wegen der Arkaden. „Stehen zwei oder drei Busse hintereinander, ist es schwer in den Bus zu kommen“, berichtet der Rollstuhlfahrer. Denn: Steht der Bus mit der Tür dicht an einem Laternenmast oder Straßenschild, kommt Huhnholt kaum rein. „Da kann aber der Fahrer dann nichts dafür. Allen wird man es nie recht machen können“, schmunzelt er. Timo Kaupert stimmt zu: „Es gibt eine Haltelinie, an der die Fahrer stehen bleiben sollen. Das passt aber nur für den ersten Bus.“ Ein ähnliches Problem gibt es an der St. Petrus-Kirche in Vorsfelde. Kaupert notiert es sich.

Hier wird’s immer wieder mal eng: Haltestelle am Kaufhof. Wenn der Bus mit der Tür in Höhe der Laterne stehen bleibt, haben Rollstuhlfahrer ein Problem. Quelle: Boris Baschin

Apropos Fahrer: Am ZOB offenbart sich, dass nicht alle gleich gut fahren: Der erste Bus hält ein Stück zu weit vom Haltestellenrand – eine Frau mit Rollator kommt kaum hinein. Der zweite Fahrer macht es deutlich besser: „Der kann fahren“, lobt ihn Kaupert. Zentimetergenau hält er an der Kante – perfekt! Beim Öffnen der Bustür stürmt ein hilfsbereiter Fahrgast herbei und klappt für Huhnholt die Rampe herunter: „Vorbildlich“, sagt Kaupert. Trotzdem sieht er das nicht gerne: „Die Rampe sollen die Fahrer bedienen – sie sind dafür ausgebildet. Und versichert.“ Was passiert, wenn sich ein Fahrgast an der Rampe verletzt?

Wichtig: Das Ausklappen der Rampe übernimmt der Busfahrer. Quelle: Boris Baschin

An der Schillerstraße wird’s eng: Zwei Senioren mit Rollator steigen ein. „In modernen Bussen passt es“, betont Detlef Huhnholt. „In älteren, kleineren wird’s sehr eng.“ Kaupert betont: „Wir haben in den vergangenen Monaten elf neue Busse in Betrieb genommen. Das Durchschnittsalter der WVG-Busse liegt bei fünf Jahren.“ Huhnholt nickt: „Die WVG ist da gut aufgestellt.“ Einige andere Dienstleister weniger. Aber: „Wenn ich zur VW-Arena oder ins Theater will, habe ich ein Problem.“ Von der Bushaltestelle gibt es keinen barrierefreien Zugang...

Ein weiteres Problem offenbart sich am Laagberg: Der Bus muss eine bestimmte Kurve fahren – „hier rutsche ich bei nassem Wetter regelmäßig etwas zur Seite“, berichtet Huhnholt. Heute nicht: „Der Fußboden in neuen Bussen hat mehr Grip.“ Kaupert nickt: „Eine andere Mischung.“

Gute Noten für den ÖPNV in Wolfsburg in Bezug auf die Barrierefreiheit. Quelle: Boris Baschin

Zurück in Detmerode zieht Huhnholt ein positives Fazit: „Wolfsburgs ÖPNV ist aus Sicht eines Rollstuhlfahrers gut aufgestellt.“ Aber einen Kritikpunkt hat er doch: „An den einzelnen Haltestellen könnte es mehr Infos geben.“ Etwa Wegweiser und Hinweise für Blinde: Wie komme ich am besten in die City oder zum Stadion? Timo Kaupert nickt und verspricht: „Ich bringe es zur Sprache...“

Von Carsten Bischof

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