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Raus aus dem Drogensumpf

Zum Tag der Drogentoten Raus aus dem Drogensumpf

Am 21. Juli ist der Tag der Drogentoten! Drogen sind gefährlich und oft tödlich. Aber nicht immer. Zwei Wolfsburger zeigen, dass es möglich ist, nach Jahrzehnten der Ausstieg aus der Drogenhölle möglich ist. Offen und ehrlich sprechen Siggi (55) und Bernd (53) über diesen harten Weg. Beide sind seitdem in der Substitution, bekommen unter Aufsicht Ersatzdrogen beim Arzt, Jugend- und Drogenberatung (Drobs) sowie Aids-Hilfe stehen ihnen im drogenfreien Leben zur Seite

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Marion Bonas (l.) von der Aids-Hilfe und Udo Eisenbarth von der Drobs unterstützten die beiden Wolfsburger.
 

Quelle: Roland Hermstein

Stadtmitte.  
 

Offen und ehrlich sprechen Siggi (55) und Bernd (53) über den harten Weg. Beide sind in der Substitution, bekommen unter Aufsicht Ersatzdrogen beim Arzt. Jugend- und Drogenberatung (Drobs) sowie Aids-Hilfe stehen ihnen im drogenfreien Leben zur Seite. Es ist fast ein kleines Wunder, dass die beiden Wolfsburger nach jahrzehntelangem Heroinkonsum so alt geworden sind. Mittlerweile sei das aber keine Seltenheit, sagt Udo Eisenbarth von der Drobs. „Der Stoff ist heute nicht mehr so rein wie früher“, erklärt er. Damit sei die tödliche Überdosis seltener möglich.

Die Öffnung des Methadonprogramms durch die Politik sei ein weiterer Grund, sagt Siggi. Er kam schon in der Schule mit Haschisch in Kontakt. Beim Kiffen blieb es nicht. „Mit 14 Jahren habe ich den ersten Joint geraucht, mit 15 LSD genommen und mit 16 Heroin.“ Alle in seiner Clique hätten etwas genommen. Weil er die Sucht finanzieren musste, begann Siggi zu klauen, machte Scheckbetrug – wurde erwischt und landete im Knast. Dabei hatte er mal hohe Ziele: „Ich wollte Abitur machen.“ Und Drogenberater werden, darüber muss der 55-Jährige bitter lachen.

Drogenbesteck

Drogenbesteck: Betroffene sind im tödlichen Kreislauf.

Quelle: Privat

Immer wieder landete er im Knast, insgesamt rund sieben Jahre mit Unterbrechungen. Im Gefängnis kommen viele zu Drogen, auch Siggi. Aber er machte Entzüge und kam zur Erkenntnis, mit Drogen aufzuhören.

Bei Bernd war es die Geburt der Tochter vor zehn Jahren, die ihn von den Drogen abbrachte. Mit elf Jahren hatte er ein traumatisches Erlebnis, wurde sexuell missbraucht. Er kannte den Täter. Weil die Eltern keine Anzeige erstatten wollten, war für Bernd klar, er werde es dem Täter heimzahlen. Das tat er mit 20 Jahren – die Folge waren siebeneinhalb Jahre Knast, von denen er sechseinhalb absaß. Als Bernd aus dem Gefängnis kam, waren alle seine Freunde auf Droge – und der junge Mann machte mit. Schnell spritzte er Heroin: „Ich machte mir damals keine Gedanken, was das Zeug mit mir anrichtet.“

 

Von Redaktion

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