Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Rat stimmt für Verlegung der Laagberg-KZ-Reste

Sondersitzung Rat stimmt für Verlegung der Laagberg-KZ-Reste

Die Jugendorganisation „Die Falken“ und der Verband der Vetriebenen des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen protestierten vor der Sondersitzung des Rates vergeblich: Der Rat der Stadt Wolfsburg stimmte mit großer Mehrheit für die Verlegung eines Großteils der KZ-Mauerreste auf dem Laagberg. Nur der AfD ist die Kompromiss-Lösung zu teuer.

Laagberg 52.4104486 10.7494058
Google Map of 52.4104486,10.7494058
Laagberg Mehr Infos
Nächster Artikel
Wolfsburg-Marathon startet am 10. September

Kundgebung am Rathaus: Die Falken und der VVN-BdA kritisierten die „Verlegung des KZ am Laagberg aus wirtschaftlichen Gründen“. Die Mehrheit im Rat überzeugten sie nicht.

Quelle: Roland Hermstein

Wolfsburg. Vielleicht hätte der Verwaltungsvorschlag zu den freigelegten KZ-Resten vor der Sommerpause schon eine knappe Mehrheit erhalten. Aber: „Es war wichtig, das Gespräch zu suchen“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Jetzt können die Fachleute mit breiter Unterstützung am Laagberg ans Werk gehen und Teile des Fundamentes verlegen.

Laut Ratsvorlage soll das Fundament bis auf einen Rest, der beim Bau von Supermarkt und Seniorenwohnungen durch die Neuland als „Stolperstein“ integriert wird, zwischengelagert und in Form eine Gedenkstätte an der früheren Nordspitze des KZ-Außenlagers präsentiert werden. Linke/Piraten enthielten sich, die AfD war dagegen, ansonsten waren spätestens nach den Referaten der Fachleute alle dafür. Dr. Christa Westphal-Schmidt (SPD) begründete es unter anderem so: „Derzeit wird ja die räumliche Dimension des Lagers nicht sichtbar.“ Sandra Straube (PUG) ergänzte das: Sie regte weitere Lager-Stolpersteine auf dem gesamten Laagberg an. Die Verfolgten des Naziregimes/Antifaschisten (VVN-BdA), hatten mit der Jugendgruppe „Die Falken“ gegen eine „Verlegung des Tatorts aus wirtschaftlichen Gründen“ protestiert. Das sei würdelos, so die Jugendlichen. VVN-Sprecherin Mechthild Hartung sagte später, man könne aber mit dem Kompromiss leben und wolle jetzt in die Gestaltung einbezogen werden. „Wir hatten schon Anregungen eingereicht, aber es gibt noch keine Reaktion.“

Provisorischer Schutz

Provisorischer Schutz: Spanplatten decken momentan die Reste des Baracken-Fundaments ab. Möglichst bald sollen die Steine jetzt gehoben, zwischengelagert und dann konserviert werden – in Form eines „Stolpersteins“ vor Ort und einer Gedenkstätte an der Nordspitze des ehemaligen Lagergeländes auf dem Laagberg.

Quelle: Roland Hermstein

AfD-Sprecher Thomas Schlick hatte die Antifa kurzzeitig erschreckt, als auch er sich für einen Verbleib der Barackenreste als Gedenkstätte vor Ort aussprach. Mit seiner Begründung rückte er das Weltbild dann aber wieder gerade: „Ein Kiesbett und eine Gedenktafel dort hätten gereicht. Wer weiß, wie viel das jetzt kostet?“ Laut Planung in 2017 vorerst 30.000 Euro.

Abstimmung

Abstimmung: Die AfD war dagegen, Linke/Piraten enthielten sich. Alle anderen hoben in der Sondersitzung den Arm für den Plan der Verwaltung.

Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Von Andrea Müller-Kudelka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Wolfsburg

Themenwoche "Sicherheit": Auf dieser Seite haben wir alle relevanten Artikel mit dem Schwerpunkt Wolfsburg für Sie zusammengefasst. mehr