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Stadt Wolfsburg Rat stimmt für Verlegung der Laagberg-KZ-Reste
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Rat stimmt für Verlegung der Laagberg-KZ-Reste
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22:45 21.08.2017
Kundgebung am Rathaus: Die Falken und der VVN-BdA kritisierten die „Verlegung des KZ am Laagberg aus wirtschaftlichen Gründen“. Die Mehrheit im Rat überzeugten sie nicht. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Vielleicht hätte der Verwaltungsvorschlag zu den freigelegten KZ-Resten vor der Sommerpause schon eine knappe Mehrheit erhalten. Aber: „Es war wichtig, das Gespräch zu suchen“, sagt Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Jetzt können die Fachleute mit breiter Unterstützung am Laagberg ans Werk gehen und Teile des Fundamentes verlegen.

Laut Ratsvorlage soll das Fundament bis auf einen Rest, der beim Bau von Supermarkt und Seniorenwohnungen durch die Neuland als „Stolperstein“ integriert wird, zwischengelagert und in Form eine Gedenkstätte an der früheren Nordspitze des KZ-Außenlagers präsentiert werden. Linke/Piraten enthielten sich, die AfD war dagegen, ansonsten waren spätestens nach den Referaten der Fachleute alle dafür. Dr. Christa Westphal-Schmidt (SPD) begründete es unter anderem so: „Derzeit wird ja die räumliche Dimension des Lagers nicht sichtbar.“ Sandra Straube (PUG) ergänzte das: Sie regte weitere Lager-Stolpersteine auf dem gesamten Laagberg an. Die Verfolgten des Naziregimes/Antifaschisten (VVN-BdA), hatten mit der Jugendgruppe „Die Falken“ gegen eine „Verlegung des Tatorts aus wirtschaftlichen Gründen“ protestiert. Das sei würdelos, so die Jugendlichen. VVN-Sprecherin Mechthild Hartung sagte später, man könne aber mit dem Kompromiss leben und wolle jetzt in die Gestaltung einbezogen werden. „Wir hatten schon Anregungen eingereicht, aber es gibt noch keine Reaktion.“

Provisorischer Schutz: Spanplatten decken momentan die Reste des Baracken-Fundaments ab. Möglichst bald sollen die Steine jetzt gehoben, zwischengelagert und dann konserviert werden – in Form eines „Stolpersteins“ vor Ort und einer Gedenkstätte an der Nordspitze des ehemaligen Lagergeländes auf dem Laagberg. Quelle: Roland Hermstein

AfD-Sprecher Thomas Schlick hatte die Antifa kurzzeitig erschreckt, als auch er sich für einen Verbleib der Barackenreste als Gedenkstätte vor Ort aussprach. Mit seiner Begründung rückte er das Weltbild dann aber wieder gerade: „Ein Kiesbett und eine Gedenktafel dort hätten gereicht. Wer weiß, wie viel das jetzt kostet?“ Laut Planung in 2017 vorerst 30.000 Euro.

Abstimmung: Die AfD war dagegen, Linke/Piraten enthielten sich. Alle anderen hoben in der Sondersitzung den Arm für den Plan der Verwaltung. Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Von Andrea Müller-Kudelka

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