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Ralf Schmitz: „Ich habe den schönsten Beruf der Welt!“

WAZ-Interview Ralf Schmitz: „Ich habe den schönsten Beruf der Welt!“

Ralf Schmitz hatte schon als Kind den Wunsch, auf der Bühne zu stehen. Heute gehört er zu den beliebtesten Spaßmachern Deutschlands. Im WAZ-Interview spricht er über seine Karriere.

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Einer der beliebtesten Comedians: Ralf Schmitz begeistert seine Fans auf der Bühne, in Filmen und im Fernsehen.
 

Quelle: Boris Baschin

Wolfsburg.  Am 12. November tritt er im Wolfsburger CongressPark auf. Im WAZ-Interview gibt Ralf Schmitz Einblicke in seine Karriere und sein Privatleben.

Stichwort Lampenfieber. Kennt ein solch erfahrener Entertainer wie Sie überhaupt dieses Gefühl?

Natürlich, das muss sein, wird während der Tournee vielleicht weniger, aber die Grundstimmung bleibt. Am schlimmsten ist es vor der Premiere. Ich weiß ja nicht, wie das Publikum reagiert, ob die Gags funktionieren. Routine hat deshalb keine Chance, ich schreibe ständig um, die letzte Show kann ganz anders sein als die erste. Nach jeder Vorstellung gibt es eine Team-Besprechung – was war gut, was können wir besser machen?

Wie lange dauert es, bis ein Programm von der Idee bis zur Umsetzung wirklich fertig ist?

Wirklich fertig ist es nie. Das Sammeln von Ideen mit all seinen Möglichkeiten der Umsetzung braucht etwa zwei Jahre. Dann beginnen die Proben bis zur Vorpremiere. Ein Testlauf gewissermaßen. Dabei spielt die Improvisation eine ganz wichtige Rolle.

Das aktuelle Programm trägt den Titel „Schmitzenklasse. Hat also vermutlich mit der Schulzeit zu tun. Sind Sie gern zur Schule gegangen, welches waren Ihre Lieblingsfächer, mochten Sie Ihre Lehrer, waren Sie immer der Klassenclown?

Das sind gleich mehrere Fragen. Gern zur Schule gegangen? Teils, teils. Wenn die Stunde nicht herumging, war’s schlimm. Meine Lieblingsfächer waren Deutsch, Philosophie und Biologie. Eine komische Zusammensetzung, aber so war’s. Wir hatten einen tollen Direktor, er öffnete mir alle Türen zur Theaterarbeit an der Schule. Ihm habe ich viel zu verdanken. Mein Abi-Notendurchschnitt war nicht toll, gerade 2,4, und der Klassenclown war ich immer. Ich hatte übrigens schon im Kindergarten nur einen Berufswunsch – den auf die Bühne zu gehen. Und heute kann ich sagen, dass ich den schönsten Beruf der Welt habe. Überhaupt: Mit das Wichtigste im Leben ist ein Beruf, den man liebt.

Sie sehen sich ausschließlich als Comedian, nicht als politischen Kabarettisten. Andererseits ist ein Mann wie Trump doch die reinste Witzfigur in seiner Arroganz, Selbstgefälligkeit und den offensichtlichen Fehlentscheidungen. Juckt es Sie da gar nicht, dem amerikanischen Präsidenten doch mal ein paar Ohrfeigen zu verpassen?

Und ob es das tut. Ich muss auch gestehen, dass ich gewisse Situationen und Tagesthemen, gerade auch bei Trump, inzwischen gern mal spontan in die Improvisation einbaue.

Sie erhalten meist sehr positive Kritiken. Ärgern Sie negative? Die FAZ lobte Sie als „Deutschlands talentierteste Nervensäge“.

Im Großen und Ganzen geht die Presse tatsächlich gut mit mir um. Das FAZ-Zitat habe ich als Ritterschlag aufgefasst. Bei schlechten Kritiken ärgert es mich, wenn ich die persönliche Abneigung und Befindlichkeit des Journalisten spüre, der womöglich schon vor der Pause gegangen ist.

Der private Ralf Schmitz ist in der Öffentlichkeit ein unbeschriebenes Blatt. Verheiratet, Familie, liiert? Keiner weiß etwas. Nur, dass Sie in Köln leben und Katzen lieben. Katze Minka ist nach 20 Jahren „über die Regenbogenbrücke“ gegangen. Minkas Nachfolgerin seit einem halben Jahr, eine „kleine Schwarze“ namens Hildegard, spazierte über den Garten in Ihr Wohnzimmer und ist geblieben. Liebe auf den ersten Blick. Warum machen Sie ansonsten so ein Geheimnis um alles Private?

Weil es Privatleben heißt. Ich brauche den Rückzugsgedanken, den Raum, der mir die Möglichkeit lässt, bei mir zu bleiben, die Batterien aufzuladen.

Von Ihrem Kollegen Hugo Egon Balder, den Sie sehr schätzen, stammt der Satz „Für einen Witz verkaufe ich meine Großmutter?“ Täten Sie das auch?

(lacht) Gute Pointen lässt man nur schwer ziehen. Doch die Oma dafür verkaufen, wohl nicht…

Wie viele Interviews haben Sie schon gegeben, wissen Sie das? Welches war die dümmste Frage?

Wie viele Interviews weiß ich nicht. Vielleicht 500 oder 800 oder 1000. Keine Ahnung. An die dümmste Frage kann ich mich auch nicht erinnern, höchstens an die seltsamste – warum ich nicht größer geworden bin. Fand ich lustig.

Von Katrin Mauke

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