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Ralf Beil: "Es war ein intensives erstes Jahr"

Wolfsburg Ralf Beil: "Es war ein intensives erstes Jahr"

Ralf Beil ist seit 1. Februar 2015 Chef des Kunstmuseums. Der 50-Jährige ist in Hongkong und Hamburg aufgewachsen, hat in Paris studiert und eine seiner beruflichen Stationen war in Zürich. Bevor der Familienvater nach Wolfsburg kam, war er Direktor der Mathildenhöhe Darmstadt.

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Ralf Beil: Seit einem Jahr Direktor des Wolfsburger Kunstmuseums.

Quelle: Britta Schulze

Im WAZ-Interview spricht er von seinem ersten Jahr in Wolfsburg.

WAZ: Herr Beil, Sie sind seit 1. Februar 2015 Direktor des Kunstmuseums. Kurz und knapp: Wie fällt die Bilanz Ihres ersten Jahres in Wolfsburg aus?

Beil: Intensiv. Das starke und wichtige Lateinamerika-Projekt, überschattet vom Dieselgate-Drama, die Jeppe-Hein-Euphorie, Dienstreisen nach London, Madrid, Brüssel, Tokio… - alles in Erwartung und Vorbereitung des großen Neustarts am Kunstmuseum ab 23. April mit der Eröffnung von „Wolfsburg Unlimited“!

WAZ: Was war die größte Herausforderung in den ersten zwölf Monaten?

Beil: Im Mietraum-Notstandsgebiet rund um Wolfsburg mehr als nur eine Bleibe zu finden für meine drei Damen und mich, unseren Flügel und die vielen Bücher...

WAZ: Und was war der schönste Moment?

Beil: Kurz vor Jahresschluss doch noch ein Haus für alle und alles zu finden (lacht).

WAZ: 2016 steht ein großes Projekt an: Wolfsburg Unlimited. Waren die Vorbereitungen für die erste große Ausstellung, die Sie in Wolfsburg selbst kuratieren, die perfekte Möglichkeit, Ihre neue Heimat gründlich kennenzulernen?

Beil: Sie sind es noch: Buchstäblich jeder Tag bringt Neues ans Licht. Erst gestern hat man uns eine mittelalterliche Latrine aus einer archäologischen Grabung in Detmerode für die „Hall of Fame“ von 10.000 vor Christus bis heute angeboten… Einbaum, Fluchtschlitten, Giebelfigur, Ortschilder und manches mehr sind schon fest gebucht.

WAZ: Welche Überraschungen gab es bei Ihren Recherchen?

Beil: Der Boden unserer großen Halle hält problemlos drei Container übereinander aus - das leistet kaum ein Haus der Kunst. Also stapeln wir vor das Autokino von Julian Rosefeldt noch ein veritables Containerterminal! Generaldirektor Heinrich Nordhoff hat nicht nur große Kunstausstellungen in Wolfsburg initiiert, sondern auch hinreißende Disteln, Häuser- und Meerlandschaften gezeichnet. Wir stellen sie erstmals aus. Genau hier auf dem Terrain des Kunstmuseums war bis 1979 der Rummelplatz von Wolfsburg: Die Geburt des Museums aus der Schaustellerei wird ein suggestives Karussell des kanadischen Künstlerpaars Cardiff/Miller realisieren. Ich versuche, alle spannenden Fakten und Funde in einer großen Ausstellungscollage erlebbar zu machen.

WAZ: Das Projekt stand schon fest, als Sie nach Wolfsburg kamen. Wie entstand die Idee für „Wolfsburg Unlimited“?

Beil: Es hat mich als Ausstellungsmacher einfach gereizt, nach Film, Architektur, Musik und Literatur nun eine ganze Stadt auszustellen - und ganz nebenbei (fast) alles über diesen sehr besonderen Standort zu erfahren.

WAZ: Die Idee zur Ausstellung entstand also deutlich vor dem Abgas-Skandal bei VW. Ein Vorteil...?

Beil: Ja. Das macht deutlich, dass es mir nicht um ein Surfen auf Aufmerksamkeitswellen geht, sondern um Wolfsburg als - auch und gerade in Krisen - exemplarischen Ort für Deutschland mit globaler Reichweite.

WAZ: Ihre Familie ist, sie sagten es, mittlerweile auch hier: Ist Wolfsburg jetzt ein Stück Heimat für Sie geworden?

Beil: Heimat entsteht nicht in ein paar Wochen. Heimat, das sind vor allem Freunde und starke Erinnerungen. Unser Haus in Gifhorn ist jedoch eine wunderbare Basis für alles Kommende…

Große Euphorie: Die Ausstellung von Jeppe Hein im Kunstmuseum zählte zu den großen Highlights der vergangenen zwölf Monate.  

syt

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