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Racham aus Afghanistan fand Job bei Baufirma

Trotz bürokratischer Hürden Racham aus Afghanistan fand Job bei Baufirma

Racham Sher Shinwari sitzt mit seinem Chef Maik Athanasiadis, Geschäftsführer der Wolfsburger Baugesellschaft Athanasiadis, am Tisch und lächelt. Er ist froh, hier arbeiten zu dürfen. Vor 15 Monaten ist er aus Afghanistan geflohen, in der Volkswagenstadt fand er ein neues Zuhause und eine Arbeit.

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Erfolgsgeschichte: Silke Becker vom Arbeitgeber-Service, Flüchtling Racham Sher Shinwari und sein Chef Maik Athanasiadis.

Wolfsburg. „Bei uns ist Krieg. Mein Bruder wurde schwer verletzt. Meine Eltern hatten große Angst, dass mir dasselbe passiert. Also haben sie mich weggeschickt. Fast vier Monate war ich unterwegs bis ich in Deutschland ankam“, erzählt Racham. Chef Maik Athanasiadis, erinnert sich an die ersten Treffen: „Racham wohnt als unbegleiteter und bis vor kurzem minderjähriger Flüchtling im CJD. Wir hatten dort in der Nähe eine Baustelle und Racham hat immer interessiert zugeschaut und gefragt, ob er helfen dürfe.“ Das habe man nicht erlauben können, aber als er sich dann im Betrieb mit seinem Betreuer aus dem CJD vorstellte, erhielt er die Möglichkeit für ein Praktikum.

Und das mit viel Erfolg. Sein neuer Chef lobt ihn: „Er ist hoch motiviert, pünktlich und fleißig. Im August kann er seine Ausbildung bei uns beginnen. Racham ist für mich aus betriebswirtschaftlicher und menschlicher Sicht ein Gewinn.“

Dass es auch aufwändiger ist, Flüchtlinge einzustellen, verheimlicht Maik Athanasiadis nicht: „Der Bürokratieaufwand, bis wir Racham über das Projekt Sprint Dual bei uns in die Einstiegsqualifizierung bekommen haben, war groß.“ Man müsse schon Zeit investieren. Silke Becker, Mitarbeiterin des Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur und des Jobcenters Wolfsburg, sagt: „Ich freue mich sehr, dass Racham seine berufliche Karriere hier bei Herrn Athanasiadis starten kann und damit sicher auch ein Stück mehr in Deutschland angekommen ist.“

WAZ-Info: Projekt „Sprint-Dual“

Das Projekt „Sprint-Dual“ vom niedersächsischen Kultministerium und der Agentur für Arbeit verknüpft schulisches Lernen mit der betrieblichen Praxis. Mit einer von der Agentur für Arbeit geförderten Einstiegsqualifizierung (EQ) können sich die Flüchtlinge dabei im Betrieb erproben. Das Konzept von „Sprint-Dual“ sieht vor, dass die Jugendlichen einen Teil des Projektes in der Berufsschule absolvieren und einen Teil im Betrieb.

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