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Stadt Wolfsburg Prozess steht bevor: Anklage gegen Ex-Nachtschicht-Chef
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Prozess steht bevor: Anklage gegen Ex-Nachtschicht-Chef
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20:04 04.10.2013
Razzia in der einstigen Nachtschicht: Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen den Hauptbeschuldigten erhoben. Quelle: Photowerk (he/Archiv)
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Der 31-Jährige soll von Juli 2010 bis Juli 2012 in zehn Fällen gewerbsmäßig mit Kokain und Marihuana gehandelt haben, wobei es sich in sieben Fällen um „nicht geringe Mengen“ handelte. Hierfür sieht das Betäubungsmittelgesetz jeweils mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe vor.

Darüber hinaus wird G. beschuldigt, in 50 Fällen Anabolika und andere verschreibungspflichtige Medikamente, die dem Muskelaufbau dienten, weiterverkauft und dabei erhebliche Gewinne erzielt zu haben. Dem Beschuldigten soll bewusst gewesen sein, dass es sich um im Ausland produzierte, verfälschte Medikamente minderer Qualität handelte. „Deshalb wird ihm zur Last gelegt, bei der wahllosen Abgabe der Medikamente die Gesundheit einer großen Zahl von Menschen gefährdet, sowie gewerbsmäßig und aus grobem Eigennutz gehandelt zu haben“, sagt Birgit Seel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Mindeststrafe für solche schweren Fälle: ein Jahr Gefängnis. Hinzu kommt die Einziehung seines Vermögens.
Der Beschuldigte befand sich vom 18. Juli bis 5. September 2012 in Untersuchungshaft. Er ist weitgehend geständig, der Haftbefehl wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Lässt das Landgericht die Anklage zu, dürfte es vermutlich Anfang nächsten Jahres zu einem Prozess kommen.

seb

Pakete aus Polen

Wer Drogen oder Anabolika brauchte, fuhr zur „Nachtschicht“: Dass die Disko sich zum  Umschlagplatz  für illegale Muskelaufbaupräparate entwickelt hatte, ergaben  Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Der ehemalige Disko-Betriebsleiter Dietmar G. bezog die Anabolika aus Polen. „Damit es nicht zu auffällig wurde, ließ er die Sachen in Paketen an private Adressen von Bekannten schicken, die sie dann in der Disko abgaben“, sagt Birgit Seel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. 50 Fälle von Anabolika-Verkauf wirft die Staatsanwaltschaft G. vor. „Wir gehen von einem  Umsatz von cirka zwei Millionen Euro aus“, sagt Seel. Das Geld wurde als Diskothekeneinnahme getarnt.

Neben G. ermittelt die Staatsanwaltschaft auch  gegen den ehemaligen „Nachtschicht“-Geschäftsführer Andreas R. und weitere Verdächtige – darunter auch Bekannte von G.,  die die Pakete aus Polen erhielten.

seb

  • Dieser Text wurde aktualisiert!

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