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Prof. Petry: Für normale Geburten gibt es keinerlei Grund zur Sorge

Wolfsburg Prof. Petry: Für normale Geburten gibt es keinerlei Grund zur Sorge

Serratien-Keime auf der Frühchen-Intensivstation des Klinikums: Seit das Krankenhaus letzte Woche über das Problem informiert hatte, sind viele werdende Eltern verunsichert. Die Geburtenzahlen im Klinikum brachen stark ein. WAZ-Redakteur Ulrich Franke sprach mit Chefarzt Prof. Dr. Karl Ulrich Petry.

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Prof. Karl Ullrich Petry: Für Verunsicherung gibt es keinerlei Grund.

WAZ: Herr Dr. Petry, wie groß ist die Verunsicherung in der Bevölkerung?

Petry: Leider offenbar groß. Unsere tägliche Geburtenzahl ist auf ein gutes Drittel geschrumpft.

WAZ: Besteht denn Anlass zur Sorge, was normale Geburten betrifft?

Petry: Nicht im mindesten. Ich verstehe, dass Menschen unruhig sind, wenn sie wenig Detailwissen haben. Aber für Besorgnis gibt es wirklich keinerlei Grund.

WAZ: Warum sind Sie so sicher?

Petry: Die normale Geburtsstation und die Frühchen-Intensivstation liegen ganz weit voneinander entfernt. Und, ganz entscheidend: Serratien sind Allerweltskeime, die für keinen reif geborenen Säugling eine Gefahr darstellen. Unser Immunsystem kommt damit sehr gut klar.

WAZ: Und bei den extremen Frühchen?

Petry: Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgebildet. Darum kann der Keim für sie zur Gefahr werden.

WAZ: Wie reagiert das Klinikum auf die Situation?

Petry: Die Kinderklinik wird die Frühchen-Intensivstation vorerst auslaufen lassen. Es wird aber voraussichtlich bis Anfang nächsten Jahres dauern, bis wir den letzten kleinen Patienten entlassen können. Dann findet eine General-Desinfektion statt, bevor wir wieder öffnen.

WAZ: Und was ist, wenn eine Notfall-Frühgeburt ansteht?

Petry: Darauf sind wir vorbereitet, die Kinderklinik hat ein spezielles Intensiv-Zimmer eingerichtet.

WAZ: Haben Sie die Infektionsquelle ausfindig machen können?

Petry: Wir untersuchen Material, medizinisches Gerät, Türgriffe, Personen. Aber die Erfahrung besagt, dass die Quelle in den meisten Fällen leider unentdeckt bleibt.

WAZ: Wenn viele werdende Mütter ausbleiben, ist das in erster Linie ein wirtschaftliches Problem?

Petry: Das ist nicht der springende Punkt. Wenn eine werdende Mutter lange Wege in eine andere Klinik auf sich nimmt und es unterwegs zu Komplikationen kommt, nimmt sie ein völlig unnötiges Risiko auf sich.

WAZ: Hand aufs Herz: Wenn Ihre Tochter kurz vor der Geburt stünde – was würden Sie ihr raten?

Petry: Ich würde sie jederzeit ins Wolfsburger Klinikum schicken.

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