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Polizei und Jugendhilfe: Gemeinsam auf der Straße

Wolfsburg Polizei und Jugendhilfe: Gemeinsam auf der Straße

Als eine „zehnjährige Erfolgegeschichte“ hat Erster Stadtrat Werner Borcherding das Projekt Streetlife von Stadt und Polizei bezeichnet. Am Rande einer Fachtagung zogen die Verantwortlichen gestern Bilanz.

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Zehn Jahre Streetlife: Die Verantwortlichen von Stadt und Polizei zogen gestern eine positive Bilanz für das Projekt.

Quelle: Photowerk (bb)

Borcherding erinnerte an die Zeit vor dem Start, wenn es Probleme mit randalierenden Jugendlichen gab: „Die Polizei schritt ein, meldetet es dem Ordnungsamt, dann landete es im Jugendamt. Das Problem wurde im Kreis rumgereicht.“

Dann wurde Streetlife gegründet, mittlerweile mit eigner gemeinsamer Dienststelle. Während andernorts „Grabenkämpfe zwischen Jugendhilfe und Polizei“ tobten (Stadträtin Iris Bothe), gehen Stadt und Polizei in Wolfsburg seither gemeinsam dorthin, wo die Probleme entstehen: Auf die Straße. Ein Beispiel aus der Praxis beschreibt Streetworker Harry Guta: „Anwohner beschweren sich über randalierende Jugendliche, wir fahren raus und suchen den Dialog. Immer und immer wieder, das bringt den Erfolg.“ Dialog ja, aber auch mit „klarer Kante“, wie Borcherding sagt: „Bei Straftaten wird nicht weggeschaut.“

Augenfällig aus Sicht von Polizeichef Hans-Ulrich Podehl: „Wir haben mit der Fußballszene hier erheblich weniger Probleme, als es beispielsweise in Braunschweig oder Hannover der Fall ist. Wir kennen unsere Pappenheimer, und das zum Teil von Kindesalter an.“

Den Blick nach vorn richtete Stadträtin Iris Bothe. In den nächsten zehn Jahren solle Streetlife zum Multiplikator werden: „Wir wollen das Wissen an Schulsozialarbeiter und Mitarbeiter in Jugendeinrichtungen weitergeben.“

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WAZ-Talk

„Gelebtes Netzwerk“

WAZ: Herr Pientka, was macht den besonderen Stellenwert von Streetlife aus?

Pientka: Das sind die gelebte Netzwerkarbeit und die Ergebnisse. Vor Beginn des Projekts gab es im Jahr 2003 in Wolfsburg 440 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, die unter Straftatverdacht standen. Diese Zahl ist bis heute um fast die Hälfte zurückgegangen. Das ist zu einem großen Teil der beispielhaften Arbeit von Streetlife zu verdanken.

WAZ: Viele Städte im Land blicken auf das einzigartige Modell in Wolfsburg. Warum wird es nicht andernorts praktiziert?

Pientka: Dieses besondere Projekt entstand aus einer besonderen Problemlage heraus. Es lässt sich auch nicht ohne weiteres Eins zu Eins reproduzieren.

WAZ: Aber es kann ja nicht sein, dass andernorts nichts getan wird.

Pientka: Natürlich nicht. Zum Beispiel gilt bei jugendlichen Straftätern seit 2004 das Wohnortprinzip: Egal, wo sie eine Tat begehen, sie landen immer wieder beim gleichen Sachbearbeiter. Zudem haben wir flächendeckend in Prävention investiert. Auch dies führt zu guten Entwicklungen.

Interview: Ulrich Franke

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