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Polizei-Affäre: Podehl weist Vorwürfe zurück

Wolfsburg Polizei-Affäre: Podehl weist Vorwürfe zurück

Wolfsburg. In der Wolfsburger Polizei-Affäre äußert sich erstmals die zentrale Figur, der nach Hannover abgeordnete Leiter der Polizei-Inspektion Wolfsburg-Helmstedt, Hans-Ulrich Podehl. In einer Pressemitteilung seines Anwalts erhebt er dabei schwere Vorwürfe gegen Polizeipräsident Michael Pientka.

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Hans-Ulrich Podehl: Über seinen Anwalt übt er scharfe Kritik an Polizeipräsident Michael Pientka.

Quelle: Archiv

Zunächst betont der Braunschweiger Rechtsanwalt Siegfried Hahn in der Pressemitteilung, „das Herrn Podehl vorgeworfene Fehlverhalten“ durch das Innenministerium sei „lediglich in zwei Sätzen ohne Aussagekraft beschrieben“. Und weiter: „Entgegen den in der Öffentlichkeit gestreuten Gerüchten ist in ihnen kein Vorwurf mit sexuellem Hintergrund enthalten.“ Sein Mandant sei „sich in seinem dienstlichen Verhalten keiner Schuld bewusst“. Sämtliche Beschuldigungen beruhten auf einer „einseitigen Sachverhaltsdarstellung durch eine dritte Person“. Wer diese Person ist, wurde bislang nicht bekannt.

Die Gerüchte hatten zuletzt eine Eigendynamik entwickelt, als bekannt wurde, dass die Wolfsburger Kripo-Chefin Imke Krysta sich auf eigenen Wunsch und zeitlich befristetet aus Wolfsburg hatte versetzen lassen. Ohne die konkreten Vorwürfe zu nennen, hatte der Braunschweiger Polizeipräsident Pientka Ende vergangener Woche eine Verbindung der Personalien Podehl und Krysta bestätigt. Er sprach von einem möglichen Fehlverhalten Podehls gegenüber Krysta. Bei der Kripo-Chefin habe er sich für seine späte Reaktion persönlich und schriftlich entschuldigt. Pikant: Wegen der Frage, wann der Polizeipräsident von welchem Sachverhalt Kenntnis hatte und wie er damit umging, hatte das Innenministerium gegen ihn ebenso wie gegen Podehl ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Beide Verfahren wiederum wurden am Montag ausgesetzt.

Überaus scharf kritisiert Podehls Anwalt Polizeipräsident Pientka. Wörtlich heißt es, es habe „inzwischen bereits eine öffentliche Vorverurteilung Herrn Podehls stattgefunden, insbesondere durch die Pressekonferenz des Herrn Polizeipräsidenten Michael Pientka“. Auch dass er zuvor die Führungskräfte der Wolfsburger Polizei über die Inhalte der Pressekonferenz informiert habe, habe „den Ruf unseres Mandanten als Dienststellenleiter nachhaltig beschädigt“. Podehls Reputation sei inner- wie außerhalb der Polizei „zerstört“, so Anwalt Hahn.

von Kevin Nobs

Polizei-Affäre: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Wolfsburg. Zur umstrittenen Pressekonferenz von Braunschweigs Polizeipräsident Michael Pientka am Freitag nahm am Montag auch das Innenministerium Stellung. Die Behörde teilte zudem mit, dass die von ihr geleiteten Disziplinarverfahren gegen Pientka und Wolfsburgs zurzeit versetzten Polizeichef Hans-Ulrich Podehl „in Hinblick auf staatsanwaltliche Ermittlungen heute ausgesetzt“ wurden.

In der Frage, ob der Polizeipräsident richtig auf die Vorwürfe gegen Podehl (60) reagiert hat, wird gegen Pientka ermittelt. Trotzdem trat er am Freitag vor die Presse und stellte sich „schützend“ vor Kripo-Chefin Imke Krysta (35). Die Ursache für ein mögliches Fehlverhalten Podehls gegen sie liege nicht bei ihr. Für Podehls Anwalt gleicht dieses Statement einer Vorverurteilung seines Mandanten. Auch zwei große Polizeigewerkschaften übten scharfe Kritik an Pientka, sie sprachen von einer „Schmierenkomödie“ und dilettantischem Umgang mit der Affäre (WAZ berichtete).

Dazu stellte gestern das Innenministerium klar, in der Pressekonferenz am Freitag sei es „nicht um die Inhalte des Disziplinarverfahrens selbst und damit schon gar nicht um eine Vorverurteilung von Herrn Podehl“ gegangen. Pientka habe sich nur entschuldigt, nicht gleich beim Erheben der Vorwürfe ein Disziplinarverfahren eingeleitet zu haben, „um die Sachlage objektiv und ordnungsgemäß zu überprüfen“. Sprecher Matthias Eichler: „Dies hätte er auch nach Ansicht des Innenministeriums umgehend tun müssen, nicht zuletzt zum Schutz beider betroffenen Personen und um Spekulationen entgegenzuwirken.“ Die öffentliche und persönliche Entschuldigung sei als Folge eines Gesprächs Pientkas mit Innenminister Boris Pistorius erfolgt.

Am Montag seien beide Disziplinarverfahren auf Eis gelegt worden, da jetzt die Staatsanwaltschaft ermittle.     

kn

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Wolfsburg
Affäre um Polizeichef Hans-Ulrich Podehl: Politiker fordern den Rücktritt von Polizeipräsident Michael Pientka (kl. Bild).

Hannover/Wolfsburg. Jetzt schaltet sich die Politik in die Wolfsburger Polizei-Affäre ein. CDU und FDP im Landtag fordern den Rücktritt des Braunschweiger Polizeipräsidenten Michael Pientka. Der Spitzenbeamte war im Zusammenhang mit der Affäre unter Druck geraten. Die Oppositionspolitiker sehen auch Innenminister Boris Pistorius (SPD) in der Verantwortung.

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