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Polizei-Affäre: Leitende Beamte wollen Krystas Rückkehr stoppen

Wolfsburg Polizei-Affäre: Leitende Beamte wollen Krystas Rückkehr stoppen

Wolfsburg. Die Wolfsburger Polizei-Affäre spitzt sich weiter zu. Mitarbeiter der Leitung der Polizeiinspektion (PI) Wolfsburg-Helmstedt wollen auf den letzten Drücker verhindern, dass Kripo-Chefin Imke Krysta bereits am Mittwoch auf ihren Posten zurückkehrt.

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Hauptakteure in der Wolfsburger Polizei-Affäre: Ex-Polizeichef Hans-Ulrich Podehl und Kripo-Chefin Imke Krysta.

Quelle: Archiv (3)

In einem Brief an Polizeipräsident Michael Pientka forderten die Mitarbeiter am Freitag, die Rückkehr Krystas solle gestoppt werden.

Hintergrund: Der frühere PI-Leiter Hans-Ulrich Podehl steht im Verdacht, Krysta gestalkt zu haben, die staatsanwaltlichen Vorprüfungen in dem Fall sind aber noch nicht abgeschlossen. Auch deshalb sehen rund 20 Unterzeichner des Schreibens die vom Innenministerium abgesegnete Rückkehr Krystas, die genau wie Podehl zuvor versetzt worden war, als Vorverurteilung des früheren Polizei-Chefs. „Obwohl noch kein Ermittlungsergebnis der Staatsanwaltschaft Braunschweig vorliegt, wurde bereits diese Entscheidung getroffen. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung wird dies bezogen auf den Zeitpunkt kritisch gesehen“, heißt es in dem Schreiben, das der WAZ vorliegt.

Die Mitarbeiter der PI-Leitung verweisen auch darauf, dass „dieser bevorstehende Zustand“ emotionale Fragen aufwerfe. Zitat: „Wie soll eine gedeihliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Frau Krysta unter diesen noch ungeklärten Umständen fortgesetzt werden? Wie sollen wir uns als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PI-Leitung zwischenmenschlich ihr gegenüber verhalten? In der Vergangenheit haben wir über viele Jahre sehr eng mit Herrn Podehl zusammengearbeitet. Gleiches entwickelte sich auch seit der Zugehörigkeit von Frau Krysta offen und schnell für sie.“ Der Brief schließt mit dem Appell an Pientka, die Rückkehr von Kripo-Chefin Krysta auszusetzen.

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Unbelastet arbeiten

ein Kommentar von Dirk Borth

Zur Wolfsburger Polizei-Affäre hat jeder seine eigene Meinung – je nach Perspektive, Sympathie und individuellem Rechtsempfinden. Die Entscheidung, Kripo-Chefin Imke Krysta bereits am kommenden Mittwoch auf ihren Posten zurückkehren zu lassen, ist ohne Frage umstritten.

Viele empfinden Krystas Comeback als Vorverurteilung des früheren Polizei-Chefs Hans-Ulrich Podehl – zumal die staatsanwaltlichen Vorprüfungen wegen angeblichen Stalkings gegen Krysta noch immer nicht abgeschlossen sind. Und selbst die Wolfsburger Kollegen, die auf Krystas Seite stehen, haben ein Problem: Wie tritt man der Kripo-Chefin in dieser diffusen Lage gegenüber? Ist es in dieser emotional aufgeladenen Situation überhaupt möglich, sachbezogen zu arbeiten und sich der eigentlichen Aufgabe zu widmen: Kriminalfälle aufzuklären – nur darum sollte es ja schließlich gehen.

Insofern ist verständlich, dass die Belegschaft einen Hilferuf an Polizeipräsident Michael Pientka abgesetzt hat. Wo, wenn nicht gerade bei der Polizei, braucht es eine völlig unbelastete Arbeitsatmosphäre? Noch bleiben einige Tage Zeit, die umstrittene Entscheidung zu korrigieren.

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