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Podehl: Ermittlungen gegen Polizeipräsident Pientka

Wolfsburg Podehl: Ermittlungen gegen Polizeipräsident Pientka

Wolfsburg . Die Versetzung von Wolfsburgs Polizeichef Hans-Ulrich Podehl wegen einer (noch) nicht näher genannten Verfehlung zieht weite Kreise. Gestern wurde auch ein Disziplinarverfahren gegen seinen Vorgesetzten, Polizeipräsident Michael Pientka von der Polizeidirektion Braunschweig, eröffnet.

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Untersuchung ausgeweitet: Nicht nur gegen Wolfsburgs Polizeichef Hans-Ulrich Podehl (l.) wird ermittelt, sondern auch gegen seinen Vorgesetzten, den Braunschweiger Polizeipräsidenten Michael Pientka (kl. Bild).

Quelle: Hermstein / Baschin

Pientka bleibt vorerst im Amt, die Leitung der Polizeiinspektion (PI) Wolfsburg-Helmstedt übernimmt zunächst Kriminaloberrat Gerhard Radeck aus Helmstedt. Es war Tag eins nach der völlig überraschenden Nachricht, dass der 60-jährige Podehl wegen eines gegen ihn eingeleiteten Ermittlungsverfahrens nicht länger Chef der PI Wolfsburg-Helmstedt ist (WAZ berichtete). Gegen ihn seien „ernstzunehmende Vorwürfe erhoben worden, die ein innerdienstliches und verhaltensbezogenes Fehlverhalten zum Gegenstand haben, das nicht mit seiner Amtsstellung zu vereinbaren sein könnte“, sagte gestern Matthias Eichler, Pressesprecher des Innenministeriums.

Was genau Podehl vorgeworfen wird, weiß offenbar nur ein kleiner Personenkreis.

Über die Belastbarkeit der Vorwürfe soll ein Disziplinarverfahren Klarheit bringen. Die Sachlage sei, so Eichler, auch der Staatsanwaltschaft Braunschweig übermittelt worden „mit der Bitte, eine Prüfung sowie gegebenenfalls eine erforderliche Bewertung aus strafrechtlicher Sicht vorzunehmen“.

Nach Podehls Versetzung – er wird jetzt beider Zentralen Polizeidirektion Hannover eingesetzt – gestern dann der nächste Hammer: Auch gegen Polizeipräsident Michael Pientka, der tags zuvor noch Podehl von dessen Versetzung unterrichtet hatte, wurde ein disziplinarrechtliches Verfahren eingeleitet! Aus dem Innenministerium hieß es dazu, es sei zu prüfen, ob Pientka von Podehls mutmaßlichem Fehlverhalten gewusst habe und ob sein Umgang mit der Situation „sachgerecht gewesen ist“. Auf Nachfrage teilte Sprecher Eichler mit, dass der Polizeipräsident anders als Podehl weiterhin im Dienst sei. Politiker reagierten gestern geschockt auf die neuerliche Entwicklung. Angelika Jahns, innenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, glaubt bei Ermittlungen gegen zwei Polizei-Chefs, dass es sich „um gravierende Vorwürfe“ handeln müsse. Dabei kritisiert sie auch die Öffentlichkeitsarbeit der Behörden. Da es keinerlei Hinweise auf die Art der Vorwürfe gebe, machten schnell Gerüchte die Runde. Jahns: „Man müsste zum Schutz der Betroffenen die Karten auf den Tisch legen“.

Für Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) gilt zunächst die Unschuldsvermutung. „Ich arbeite sehr gerne mit Herrn Podehl zusammen und schätze ihn persönlich sehr. Das Ermittlungsverfahren wird hoffentlich zeigen, dass er sich immer korrekt verhalten hat“, so Mohrs.

Ermittlungen abwarten

ein Kommentar von Kevin Nobs

Als Außenstehender fällt es schwer, für den langjährigen Wolfsburger Polizeichef Hans-Ulrich Podehl eine Lanze zu brechen. Das Innenministerium spricht von ernstzunehmenden Vorwürfen, das klingt nicht nach einem Kavaliersdelikt. Man darf den Mann aber auch keineswegs vorverurteilen. Die Behörde erinnert zurecht daran, dass auch bei einem Polizeichef die Unschuldsvermutung gilt. Es bleibt schlicht abzuwarten, was die Ermittlungen ergeben. Die gute Nachricht ist, dass die Polizeiinspektion mit den Standorten Wolfsburg und Helmstedt breit aufgestellt ist. Podehl versetzt, der Stellvertreter im Urlaub: Dann wird eben der Leiter des Helmstedter Kommissariats geholt, der trotz der sich überschlagenden Ereignisse unaufgeregt bleibt. In einigen Tagen oder Wochen werden wir wissen, ob Wolfsburg einen neuen Polizeichef braucht – oder Hans-Ulrich Podehl einfach wiederkommen kann.

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