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Pistolen und Hunde: Alarmstufe 1 im Gericht

Wolfsburg Pistolen und Hunde: Alarmstufe 1 im Gericht

Beamte mit Maschinenpistolen im Anschlag, Polizeihunde, doppelte Kontrollschleuse - im Amtsgericht herrschte gestern Alarmstufe 1. Hintergrund der scharfen Sicherheitsvorkehrungen waren Befürchtungen über mögliche Auseinandersetzungen verfeindeter Banden, zum Glück blieb alles ruhig.

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Polizei mit Maschinenpistole im Anschlag: Vor und im Wolfsburger Amtsgericht herrschte gestern Alarmstufe 1.

Quelle: Hensel / Bosenick (Archiv)

Im Vorfeld der gestrigen Verhandlung (siehe Text unten) habe es „sicherheitsrelevante Hinweise“ gegeben, sagt Amtsgerichtsdirektor Henning Lüdtke zum Hintergrund der Vorsichtsmaßnahmen. Ein Dutzend uniformierte und zivile Streifenwagen rund ums Gerichtsgebäude, Beamte mit Maschinenpistolen vor dem Eingang, doppelte Personenkontrollen, zusätzliche Justizbeamte von außerhalb, teils in schusssicheren Westen - das Gericht glich einer Festung.

Grund war die Verhandlung über die Schüsse auf einen Türsteher der Diskothek Dance-Club, deren Hintergründe auch nach dem Prozess weitgehend im Dunkeln liegen. Ging es um Schutzgelderpressung, einen Racheakt oder gar eine Fehde konkurrierender Rockergruppen? Gerüchte gab es in der Szene schon bald nach der Bluttat zuhauf, zwei Dutzend teils tätowierte Zuhörer im Gerichtssaal gaben den Spekulationen neue Nahrung. Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten auch in diese Richtung - raus kam nichts.

Und so konstatierte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer, die Beweisaufnahme habe den „befürchteten Verlauf“ genommen: „Details und Hintergründe konnten nicht wirklich aufgeklärt werden.“ Das liege auch daran, dass „ein Teil der Zeugen gar kein Interesse an dieser Aufklärung hatte und gemauert hat.“

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Schüsse vor Dance-Club: Bewährung

Mildes Urteil nach den Schüssen auf einen Türsteher (36) der Vorsfelder Diskothek Dance-Club. Der Angeklagte (33) wurde zu 18 Monaten mit Bewährung verurteilt, wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Der Angeklagte berief sich auf eine so genannte Nothilfe-Situation. Während einer Prügelei mit einem seiner Bekannten habe das spätere Opfer am frühen Morgen des 4. Mai 2014 zum hinteren Hosenbund gegriffen: „Der wollte ein Messer ziehen“, dachte der Angeklagte zumindest – das Gegenteil war ihm nicht nachzuweisen.

Die 8-Millimeter-Waffe durfte der Angeklagte zwar gar nicht besitzen, ziehen durfte er sie aus juristischer Sicht zur Verteidigung des Kumpels dennoch. Aber: Die beiden Schüsse in die linke hintere Schulter und das Gesäß des Opfers seien unverhältnismäßig gewesen, „ein Warnschuss hätte gereicht“, so der Staatsanwalt.

Für den Laien schwer nachvollziehbar: Das Opfer wurde zwar schwer verletzt, juristisch reichte es aber nur für die „fahrlässige Körperverletzung“. Denn eine Tötungsabsicht sei dem Angeklagten absolut nicht nachzuweisen gewesen.

Die Angst vor dem Messer, ob es nun da war oder nicht, erschien aber selbst dem Staatsanwalt nachvollziehbar.

Beim Opfer handelt es sich um den Mann, der vor Jahren VfL-Torwart André Lenz niedergestochen hatte – das sei in der Szene jedem bekannt. Und so gab‘s das milde Urteil, das bereits rechtskräftig ist.

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