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Pistolen und Gas: Wolfsburger rüsten auf

Wolfsburg Pistolen und Gas: Wolfsburger rüsten auf

Die Ausschreitungen in der Silvesternacht in Köln haben vielen Angst gemacht. Immer mehr Menschen rüsten auf, auch in Wolfsburg - mit Reizgaspistolen, Elektroschockern oder Kursen zur Selbstverteidigung.

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Gefragt: Hinrich Böllhoff berichtet von einer gestiegenen Nachfrage nach Signalwaffen und Reizsprays zur Selbstverteidigung.

Quelle: Boris Baschin

„Im Moment ist fast alles ausverkauft“, sagt Bettina Schobel vom Haushalts-Shop in der Poststraße. „Aber zum Glück gibt es immer schnell Nachschub.“ Das ist auch gut so, fürs Geschäft: „Die Nachfrage hat deutlich angezogen.“ Die meisten Kunden würden gezielt nach Pfefferspray in der Dose fragen, obwohl das offiziell nur zur Abwehr von aggressiven Tieren zugelassen ist und der Handel darauf hinweist. „Aber es ist halt wirkungsvoller als CS-Reizgas. Außerdem wissen die Leute, dass die Polizei das auch einsetzt.“ Selbst Elektroschocker werden zum Selbstschutz gekauft.

Auch Hinrich Böllhoff (Haushaltswaren in Fallersleben) sagt klar: „Gerade in den letzten Tagen ist ein gewisses Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung nicht weg zu diskutieren.“ Die Nachfrage steigt - nach Spray oder Signalwaffen, mit denen auch Pfefferspray und CS-Gas verschossen werden kann. Eine Folge von Köln? Böllhoff: „Das wird durchaus thematisiert.“

Viele wollen sich auch ohne Waffen verteidigen können - und landen zum Beispiel in der „DVT Kampfkunstakademie Wolfsburg“ von Sifu Christo: „Nach Silvester haben wir zweistellige Zahlen von Neulingen. In jedem Kurs.“ Vermittelt werde realistische Selbstverteidigung: „Wir machen das, was im Sport verboten ist. Weil es dort zu gefährlich ist.“ Wobei die Kunden keine Möchtegern-Rambos seien: „Im April bieten wir einen neuen Crashkurs an. Im Mehrgenerationenhaus.“

Die Angst hat offenbar in der Mitte der Gesellschaft Einzug gehalten.

fra

Trügerisch

ein Kommentar von Kevin Nobs

Das allgemeine Sicherheitsempfinden hat in Deutschland spürbar gelitten. Nun statten sich auch in Wolfsburg viele Menschen mit Reizgas oder Elektroschockern aus. Ob eine solche Hochrüstung der richtige Weg ist, um sich auf den Straßen wieder sicherer zu fühlen, darf zumindest kritisch hinterfragt werden.

Negativbeispiele etwa aus den USA zeigen: Wo Waffen im Umlauf sind, werden sie auch benutzt – manchmal vorschnell. Hier ist der Staat gefragt: Wie kann er dem Bürger das Sicherheitsgefühl zurückgeben?

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