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Pathologen: Täglich im Kampf gegen Krebs

Klinikum Wolfsburg Pathologen: Täglich im Kampf gegen Krebs

Axel Reinecke-Lüthge, Chefpathologe im Klinikum in Wolfsburg, hat nur selten mit Leichen zu tun. Stattdessen sorgen er und sein Team dafür, dass Leben gerettet werden: Sie untersuchen vor allem Gewebe- und Zellproben auf der Suche nach Krebs. Die WAZ blickte hinter die Kulissen...

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Chefpathologe: Dr. Axel Reinecke-Lüthge und sein Team untersuchen täglich Proben, die zum Beispiel bei Magenspiegelungen oder Brustoperationen entnommen wurden.

Quelle: Roland Hermstein

Wolfsburg. Mehr als 17.000 Proben pro Jahr gehen durch die Hände der drei Ärzte, sieben Medizinisch-Technischen Assistenten (MTA) und drei Sekretärinnen des Instituts. „Die Leistungsverdichtung ist groß“, sagt Dr. Reinecke-Lüthge. Die Arbeit beginnt in den frühen Morgenstunden: Gewebe von Magenspiegelungen oder Brustoperationen wird im Labor für die Untersuchung unter dem Mikroskop vorbereitet. Um genau erkennen zu können, ob sich Zellen krankhaft verändert haben, wird das Material in Wachs eingebettet und in nur ein 3.000stel Millimeter dünnen gefärbten Schnitten am Mikroskop untersucht. Präzision ist gefragt, denn, so Reinecke-Lüthge: „Von unserer Diagnose ist oft abhängig, welche Therapie der behandelnde Arzt wählt.“

Bestimmte Antikörper helfen in Kombination mit Farbstoffen bei der Diagnose. „So lässt sich zum Beispiel die Wachstumsgeschwindigkeit von Zellen bestimmen“, erklärt der Arzt. Die Pathologen sind auch Lotsen für die Chirurgen, denn sie untersuchen, ob Tumorzellen mikroskopisch bis an den Schnittrand der Chirurgen heranreichen und somit, ob ein Tumor restlos entfernt werden konnte. Wenn nicht, besteht in Absprache mit den Patienten - je nach Fall - die Möglichkeit, nochmals zu operieren, um verbliebene mikroskopisch kleine Reste komplett zu entfernen. Dieses kann insbesondere in der Brustchirurgie nötig sein, da hier im Sinne der Patientin heutzutage nur so viel wie unbedingt nötig vom Gewebe entfernt werden sollte.

An einem Schulungsmikroskop zeigt Dr. Reinecke-Lüthge, wie Krebszellen aussehen können, und erläutert: „Früher gab es viele Fälle von Gebärmutterhalskrebs, aber das konnte man durch die Vorsorgeuntersuchungen stark zurückdrängen.“ Die Pathologen erkennen die Vorstufen - dann beginnt die Behandlung, bevor der Krebs wachsen kann.

Die häufigsten bösartigen Tumoren finden Ärzte heutzutage bei Frauen in der Brust, bei Männern in der Prostata. Es folgen bei beiden Geschlechtern Darm und Lunge. Der Pathologe beruhigt: „Nur etwa 5 Prozent des Untersuchungsgutes ist bösartig.“

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