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Stadt Wolfsburg Obdachlose vermissen ihr Zuhause in der Borsigstraße
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Obdachlose vermissen ihr Zuhause in der Borsigstraße
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00:17 10.08.2017
Wohngemeinschaft auf Zeit: Willi Christmann (l.), Christa Schön und Werner Tewes teilen sich die neue Unterkunft auf Zeit. Quelle: Andrea Müller-Kudelka
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Wolfsburg

Vor gut vier Wochen mussten Christa Schön und Werner Tewes ihr stockiges Zweizimmer-Appartement mit Küchenzeile in der Borsigstraße 15 verlassen – die Obdachlosenunterkunft soll saniert werden (WAZ berichtete). Seitdem hausen sie in einer Dreizimmerwohnung zwei Häuser weiter, bilden eine Wohngemeinschaft auf Zeit mit Ex-Nachbar Willi Christmann. „Hoffentlich können wir vor Weihnachten wieder zurück“, sagt das Paar. „Aber die haben ja nicht mal angefangen.“

„Drecksloch mit Gemeinschaftstoilette“

Am besten wäre es wohl, ganz rauszukommen aus dem „Drecksloch mit Gemeinschaftstoilette“, wie Werner Tewes die Unterkunft nennt. Und doch: Es ist sein Zuhause. Tewes (60) wohnt seit 1991 hier. Seine Lebensgefährtin Christa Schön (59), die er „am Telefon“ kennenlernte, wie die beiden erzählen, zog vor sechs Jahren aus Göttingen zu ihm. „Ich stehe bei der Neuland auf der Warteliste“, sagt sie. Zurzeit haben beide keine Arbeit. Werner Tewes hofft, dass er bald Rentenansprüche geltend machen kann. Christa Schön sorgt sich, weil er aufgrund eines Rückenleidens seit dem Umzug mit Problemen kämpft. In der Hausnummer 15 waren die Sanitärräume auf der gleichen Etage; im Übergangs-Domizil sind die Duschen im Keller. Täglich hinunter zu steigen sei gefährlich, er könnte stürzen.

Keine Nägel in die Wände

Hab und Gut stapeln sich jetzt in Pappkartons. „Und wir dürfen nicht einmal einen Nagel in die Wand schlagen, damit ich ein Bild meiner Tochter aufhängen kann“, ärgert sich der 60-Jährige. Zumindest für den Winter sei das aber immer noch besser als unter einer Brücke zu schlafen: „Es geht nun mal nicht anders.“ Christa Schön hat zwar Hoffnung, dass der Schimmel im Appartement beseitigt wird. „Aber die Fenster wollen sie ja jetzt doch nicht machen“, grummelt sie.

Von Andrea Müller-Kudelka

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