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Nachtschicht-Prozess: Was wusste der Disco-Chef?

Wolfsburg Nachtschicht-Prozess: Was wusste der Disco-Chef?

Mit einem weitgehenden Geständnis hat gestern vor dem Landgericht der Prozess wegen Drogen- und Anabolika-Handel gegen den früheren Betriebsleiter der Diskothek „Nachtschicht“ begonnen. Spannendste Frage in dem Verfahren: Welche Rolle spielte der damalige Geschäftsführer?

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Prozess um Anabolika-Handel: Der angeklagte Ex-Betriebsleiter der „Nachtschicht“ (r.) mit seinem Verteidiger Oguz Ögüt gestern im Landgericht.

Anabolika-Handel in großem Stil, dazu Kokain- und Marihuana-Geschäfte - all das räumte der Angeklagte (31) gleich zu Prozessbeginn zum Großteil ein (Text unten).

Spannender die Frage: Welche Rolle spielte der damalige Geschäftsführer der Disco? In den Augen der Ermittler gilt der 49-Jährige offenbar als treibende Kraft, der Ex-Betriebsleiter aber stellte seinem Ex-Chef ein blütenreines Zeugnis aus: „Er hatte mit dem Anabolika-Handel nichts zu tun.“ Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten daraufhin vor: „Haben Sie Angst vor ihm oder den Leuten, die hinter ihm stehen?“ - die Ermittler werfen dem Ex-Geschäftsführer Kontakte zu Rockergruppen vor.

Wie hoch waren die Gewinnen aus den Anabolika-Geschäften? Wurde Drogengeld gewaschen, indem durch Kassen-Manipulationen weit höhere Umsätze in der Disko vorgetäuscht wurden? Und warum fuhr der Betriebsleiter die Gewinne regelmäßig in Form von Bargeld in Tüten zu seinem Chef nach Bayern, statt das Geld zu überweisen?

Viele Fragen blieben am ersten Verhandlungstag offen, der Prozess wird fortgesetzt.

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„Das waren Berge von Anabolika“

Mindestens zwei Millionen Euro Umsatz mit Anabolika-Handel wirft die Staatsanwaltschaft dem angeklagten Ex-Betriebsleiter der Nachtschicht vor. Der räumt die illegalen Geschäfte zwar grundsätzlich ein – „aber ich schwöre, das waren niemals zwei Millionen“.

Neben kleineren Geschäften mit Marihuana und Kokain habe sich der Angeklagte (31) mindestens zwei Jahre lang alle zwei Wochen Pakete mit den Anabolika aus Fernost über Polen oder Portugal an die Adressen von Strohleuten senden lassen, um sie dann im Umfeld der Disko an Abnehmer aus der Kraftsport-Szene zu verkaufen; der Umsatz habe bei zwei Millionen Euro, der Gewinn bei wenigstens 12.000 Euro im Monat gelegen. Diese Vorwürfe stützt die Staatsanwaltschaft vornehmlich auf Angaben, die der Angeklagte vor dem Haftrichter gemacht hatte.

„Aber es war viel weniger, im ganzen vielleicht 80.000 Euro Umsatz und dabei 30.000 Euro Gewinn“, erklärte der 31-Jährige gestern. Die falschen Angaben vor dem Haftrichter erklärte er so: „Ich dachte, je mehr ich zugebe, desto schneller komme ich aus der U-Haft.“

Weder das noch die angebliche Unwissenheit des damaligen Geschäftsführers wollte die Staatsanwältin glauben: „Die Polizei hat Berge von Anabolika aus der Disco geschleppt.“ Doch der Angeklagte blieb standhaft: „Ich kann keinen Unschuldigen mit reinreißen.“

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