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Nachts Radfahren in der Fuzo: Keine Probleme

Wolfsburg Nachts Radfahren in der Fuzo: Keine Probleme

Wolfsburg. Seit knapp fünf Wochen ist das Radfahren in der mittleren Porschestraße nachts erlaubt - Beginn der einjährigen Testphase. Größere Probleme hat die Regelung bislang offenbar nicht mit sich gebracht.

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Nachts seit einigen Wochen erlaubt: Radfahren in der mittleren Fuzo.

Quelle: Foto: Roland Hermstein

„Einmal wurde ich am frühen Morgen beschimpft, als ich auf dem Weg zum Arzt durch die Fuzo geradelt bin“, sagt Elke Braun. Sie hat für die Grünen und den VCD mit gearbeitet am neuen „Leitbild Radverkehr“, das auch die Testphase hervor brachte. „Aber ich glaube, die Leute haben die Tafeln noch nicht gesehen“ - an mehreren Stellen in der Fuzo stehen große Schilder, dass das Radfahren zwischen 20 und 9 Uhr erlaubt ist. Ihre Überzeugung: Wenn beide Seiten ein wenig Toleranz mitbringen, sollte die neue Regelung kein Problem sein.

Die Verkehrswacht hatte im Vorfeld mögliche Komplikationen befürchtet, zu Ohren gekommen ist dem Vorsitzenden Klaus Seiffert davon bislang nichts. Konfliktpotential sehe man in erster Linie an besonders engen Stellen, beispielsweise im Bereich von Außenbestuhlungen oder am Glasdach - und das auch eher tagsüber, wenn die Fuzo belebt ist. Seiffert: „Da sind Radfahrer bisweilen mit richtigem Tempo unterwegs.“ Auch er sagt: Gegenseitige Rücksichtnahme sei in jedem Fall erforderlich.

Für „geradezu überfällig“ hält der ADFC die neue Regelung. „Das ist absolut positiv“, sagt der zweite Vorsitzende Dietrich Brettschneider. Leider helfe das Radfahrern tagsüber in der City überhaupt nicht, zumal die Situation auf der Schillerstraße nach wie vor „katastrophal“ sei: „Hier besteht der echte Handlungsbedarf.“

Die Stadtverwaltung mag sich zum Thema zurzeit nicht äußern - erst nach einem halben Jahr wolle man die ersten Ergebnisse auswerten, sagt Sprecherin Elke Wichmann.

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Ein Muster ohne Wert

ein Kommentar von Ulrich Franke

In der Fußgängerzone darf man jetzt nachts Rad fahren. Die neue Regelung ist ein Muster ohne Wert, ändern wird sich dadurch wenig bis nichts. Wer das wollte, hat es bisher auch schon gemacht. Und wer sich darüber aufregt, schimpft wohl in erster Linie aus Prinzip.

Eingefleischte Radfahrer haben von der Testphase also wenig, Fußgänger müssen wenig Probleme oder gar Gefahren befürchten – nachts ist die Porschestraße weitgehend leer.

Wenn die Stadt für die Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern tatsächlich Fortschritte bewirken will, sind andere Maßnahmen erforderlich. Beispielsweise und an erster Stelle eine bauliche Umgestaltung der Schillerstraße. Hier kommen sich Autos und Busse, Radfahrer und Fußgänger mit und ohne Kinderwagen permanent in die Quere, einer schimpft über den anderen. Schuld hat keiner – nur die Enge.

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