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Nach schweren Krisen: Jetzt will Daniel Post andere motivieren

Helfer aus Leidenschaft Nach schweren Krisen: Jetzt will Daniel Post andere motivieren

Als Volunteer bei den Special Olympics oder zuletzt beim Wolfsburg-Marathon hat Daniel Post „super viel Spaß“ – weil er gern hilft. Wie es ist, wenn man selbst Hilfe braucht, weiß er aus eigener Erfahrung, denn nach einem Unfall im Alter von zehn Jahren musste der heute 32-Jährige fast alles erst wieder neu lernen.

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Hat seine Lebensfreude wiedergefunden: Jetzt will Daniel Post andere motivieren, unter anderem als Volunteer bei den Special Olympics.

Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Wolfsburg. Daniel Post hatte es nicht leicht – und andere hatten es nicht immer leicht mit ihm. Mittlerweile aber findet der 32-jährige Freude daran, mit Menschen in Kontakt zu treten, ihnen zu helfen und sie zu motivieren. Zuletzt tat er das beim Wolfsburg-Marathon; und auch bei den Special Olympics war er schon mehrfach als „Volunteer“ mit dabei. „Ich liebe das Reisen und ich helfe gern denjenigen, die schwächer sind“, sagt er.

Dabei denkt er oft zurück an eine Zeit, als er sich selbst sehr schwach gefühlt hat. „Ich war zehn Jahre alt“, erzählt Daniel Post. „Ich war bei meiner Oma und wollte meine Mutter im Krankenhaus besuchen. Dann stand ich auf der Fußgängerinsel an der Breslauer Straße. Ein Auto fuhr vorbei, ich wurde vom Außenspiegel erfasst und mitgeschleift“, berichtet er. Drei Monate habe er im Koma gelegen, danach zwei Jahre im Rollstuhl gesessen. Noch heute ist er zu 70 Prozent schwerbehindert.

Von der Erich-Kästner-Schule in Detmerode wechselte er nach dem Unfall zur Friedrich-von-Schiller-Schule. „Ich musste alles erst wieder neu lernen. Ich habe mich von der Gesellschaft verstoßen gefühlt“, erzählt er und erinnert sich, wie sich der Frust in Aggressivität verwandelte. „Es war kompliziert“, sagt Daniel Post. Wohler gefühlt habe er sich erst wieder, als er vom Sekundarbereich der Förderschule in Vorsfelde auf die Hauptschule wechseln konnte und schließlich seinen Abschluss machte.

Heute arbeitet der 32-Jährige bei der Lebenshilfe in der Küche – auch dort gefällt es ihm, meistens zumindest. In seiner Freizeit wolle er anderen zeigen, wie schön das Leben sein kann: „Es macht super viel Spaß, wenn ich andere motivieren kann.“ Das olympische Motto „Dabeisein ist alles“ gilt auch für ihn: Seine Helferausweise sammelt er wie andere ihre Medaillen. Das nächste Ziel: die Special Olympics 2018 in Kiel.

Von Andrea Müller-Kudelka

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