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Stadt Wolfsburg NPD: Wahlkampfauftakt fand in Wolfsburg statt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg NPD: Wahlkampfauftakt fand in Wolfsburg statt
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00:16 17.06.2016
NPD-Tagung in Wolfsburg: Ordner schirmten das Veranstaltungsgelände auf dem Laagberg ab. Auch Ex-NPD-Chef Udo Voigt (r.) war dabei. Quelle: recherche-nord (2)
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Der ehemalige Bundesvorsitzende Udo Voigt war der bekannteste rechte Redner beim „Delegiertenparteitag“ in der Kneipe „Laagberg Pub“ auf dem Gelände des KGV Laagberg. Der Verein erfuhr erst hinterher davon und zeigte sich empört.

Die Tagung in Wolfsburg lief ab als geheime Kommandosache. Über Gifhorn wurden mehrere Dutzend Teilnehmer nach Wolfsburg geschleust, ein Ordnungsdienst schirmte das Gelände ab. Ganztags stellte die NPD dann ihre Kandidatenlisten auf und verteilte Wahlkampfmaterial. Aufgedeckt wurde alles vom unabhängigen Medienprojekt „recherche-nord“.

Laut Polizeisprecher Sven-Marco Claus wusste die Polizei von dem Termin, der Staatsschutz habe die Veranstaltung „im Auge“ gehabt: „Es gab keine Auffälligkeiten.“ Darauf versucht sich auch Inhaberin Nicole Montauro vom „Laagberg Pub“ zurück zu ziehen: „Hier fielen weder rechte Parolen noch ist sonst etwas Schlimmes passiert.“ Politisch habe sie mit der NPD überhaupt nichts am Hut, ihr sei es nur um den finanziellen Aspekt gegangen: „Ich bin Gastwirtin und muss nach drei Einbrüchen in letzter Zeit ums Überleben kämpfen. Es ging ausschließlich um die Einnahmen.“ Tatsächlich habe sich die NPD ganz offiziell eingemietet - wie die Partei auf ihre Kneipe kam, wisse sie nicht.

Verpächter des „Laagberg Pub“ ist der Kleingartenverein Laagberg - der fiel aus allen Wolken. Vorsitzender Lothar Siege: „Wir wussten im Vorfeld nichts von der Veranstaltung und hätten das niemals zugelassen. Solche Leute wollen wir nicht auf unserem Gelände haben. Wir sind ein offener und internationaler Verein.“ Noch einmal werde so etwas nicht geschehen - dafür werde man sorgen.

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Wolfsburg ist nicht braun

ein Kommentar von Ulrich Franke

Der Veranstaltungsort, den sich die NPD da ausgesucht hat, spricht Bände: weit ab vom Schuss, versteckt im Grünen, abgeschirmt von einem eigenen Ordnungsdienst. So sehr die rechtsextreme Partei bisweilen um mediale Öffentlichkeit zur Verbreitung ihrer Parolen buhlt, so scheut sie die direkte Öffentlichkeit in der Regel wie der Teufel das Weihwasser.

Die ewig Gestrigen wissen, was ihnen geblüht hätte, wenn die Tagung vorher bekannt geworden wäre. Beim Nazi-Aufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ 2013 fand sich ein breites Bündnis in der Stadt, das deutlich machte: Wolfsburg ist bunt, nicht braun. Und das ist mehr als gut so.

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